„Was wird herauökommen? was will an den lichienTag?" fragte Torquil erstaunt.
„Es ist das unselige Geheimniß," dachte Simon, „und' wenn jetzt dieser gewaltige Geheimerath nicht schweigen kann,wird man vermuthlich mich verantwortlich machen, daß EachinsSchmach bekannt geworden ist "
Indem er so ängstlich dachte, bediente er sich zugleich seinerStellung, um so viel als möglich zu sehen, was zwischen dembetrübten Häuptling und dessen Vertrauten vorging, indem ihnderselbe Geist der Neugier antrieb, der uns in den wichtigstenwie in den kleinsten Verhältnissen des Lebens lenkt, und dersich bisweilen in Gesellschaft großer persönlicher Furcht befindet.
Während Torquil dem lauschte, was Eachin ihm mittheilte,sank der junge Mann in seine Arme und schloß, sich auf seineSchulter stützend, seine Beichte, indem er Jenem in's Ohrflüsterte. Torquil schien mit solchem Staunen zuzuhören, daßer unfähig war, seinen Ohren zu trauen. Als wollte er sichüberzeugen, daß es Eachin sei, der spreche, hob er allmäligden Jüngling aus seiner lehnenden Stellung auf, hielt ihn ander Schulter ein wenig von sich, indem er ein Auge auf ihnheftete, welches durch die Wunder, die er vernahm, zugleicherweitert und in Stein verwandelt zu sein schien. So wildwurde des Alten Gesicht, nachdem er die geflüsterte Mittheilunggehört hatte, daß Simon fürchtete, er werde den Jünglingals einen Entehrten von sich schleudern, in welchem Fall eraus dem Gebüsch, das ihn versteckte, sich erhoben und seineEntdeckung so peinlich als gefährlich gemacht hätte- Aber dieHeftigkeit Torquils, der seinen Pflegesohn mit der doppeltenleidenschaftlichen Zärtlichkeit liebte, die solche Verwandtschaftim Hochlande stets begleitet, nahm eine andere Wendung.»Ich glaub' es nicht!" — rief er; „es ist falsch von Dei-