67
Rüstung heut trägt, sonst würden dreißig dahängen. Und erhat überhaupt keinen so guten Harnisch bekommen, als er amPalmsonntag tragen sollte. Jene neun Harnische von so be-deutender Größe sind für die Leichtach oder Leibwache, vonder man so viel erwartet."
„Und jene hübschen Hirschhäute," sagte Simon, in welchemder Geist seines Berufes beim Anblick der Güter seines Ge-werbes erwachte, — „glaubt Ihr, der Häuptling werde ge-neigt sein, sie zu verkaufen? Man sucht sie zu den Wäm-sern, welche die Ritter unter der Rüstung tragen."
„Bat ich Euch nicht," sagte der Booshalloch, „nichts vondem Gegenstände zu erwähnen?"
„Ich sprach von den Panzerhemden," sagte Simon, —„darf ich fragen, ob eines davon von unserm berühmten Per-ther Waffenschmied, genannt Harrp vom Wpnd, gefertigt ist?"
„Du fragst unglücklicher, als vorher," sagte Niel; „jenesMannes Name ist für Eachins Gemüth wie ein Wirbelwindauf dem See; doch weiß Niemand, aus welchem Grunde."
„Ich kann mir's denken," dachte unser Handschuhmacher,sprach aber den Gedanken nicht aus; und nachdem er zweiMal unerfreuliche Gegenstände der Unterhaltung berührt hatte,schickte er sich, gleich den Uebrigen um ihn her, an, das Mahlzu genießen, ohne einen neuen Gegenstand anzuregcn.
Wir haben so viel von den Zurüstungen gesagt, daß derLeser daraus schließen kann, daß das Fest hinsichtlich der Be-schaffenheit der Speisen von der rohesten Art war, indem eshauptsächlich aus großen Fleischstücken bestand, die mit wenigRücksicht auf die Fastenzeit verzehrt wurden, obwohl mehrereder Mönche des Jnselklosters die Tafel durch ihre Gegenwartehrten und weiheten- Die Schüsseln waren von Holz, ebensodie mit Reifen umgebenen Kelche oder Becher, aus welchen die
5 "