Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

gegen den Clan Chattan, in welchem er die Gleichheit zwischenden beiden streitenden Bündnissen, wie sie vor der unglücklichenNiederlage bestand, von der ich Eurer Herrlichkeit erzählt,wiederherstellte. Als er so fest saß, wünschte er natürlich,seinen einzigen Sohn an seine Brust und in sein Haus zurück-zubringen; deswegen ließ er mich den jungen Conachar, wieman ihn nannte, mehr als ein Mal in's Hochland schicken. Erwar ein Jüngling, ganz dazu gemacht, durch Gestalt undedles Benehmen das Herz eines Vaters zu gewinnen. Endlichcrrieth, wie ich glaube, der junge Mann das Gcheimniß seinerGeburt, oder cs wurde ihm sonst mitgethcilt; und der Wider-wille, den der stolze hochländische Bursche immer vor meinemehrlichen Gewerbe gezeigt hatte, wurde sichtbarer, so daß ichnicht einmal wagte, meinen Stab über seinen Rücken zu legen,aus Furcht, er möchte mich mit einem Dolchstoß, als gälischeAntwort auf eine sächsische Anrede, empfangen. Dann wünschteich ihn los zu sein, um so mehr, da er so viel Ergebung gegenKatharina zeigte, die sich in der That vorsetzte, den Aethiopierzu waschen und einem wilden Hochländer Milde und Sitte zulehren. Sie weiß selber, wie es endete."

Ei, mein Vater," sagte Katharina,es war gewiß nureine Handlung des Erbarmens, den Brand aus dem Feuerzu reißen."

Aber keine besondere Handlung der Weisheit," sagte ihrVater,da Du die eigenen Finger dabei dem Brande aus-setztest. Was sagt Mplord zu der Sache?"

Mplord mochte das schöne Mädchen von Perth nicht be-leidigen," sagte Sir Patrick;und er kennt wohl die Reinheitund Wahrheit ihres Gemüths. Und doch muß ich nothwendigsagen, wäre dieser Pflegesohn des Rehes runzelig, hager,plump und rothhaarig gewesen, wie einige Hochländer, die ich