19
Ketzerei Angeklagten zu unterstützen und bewaffnete Hochländeraufzufordern, sich in die Verwaltung der Gerechtigkeit in derStadt zu mischen? Ach, Du hast Dich gegen beide, die Ge-setze der Kirche und des Reiches vergangen. Was — waswürde aus uns werden, wenn dies bekannt würde?"
„Es ist bekannt, mein theurer Vater," sagte das Mädchenmit Festigkeit; „bekannt sogar denen, die die bereitwilligstenRächer der That sein werden."
„Das muß eine leere Einbildung sein, Katharina, oderein Streich jener heuchlerischen Priester und Nonnen; esstimmt nicht mit Deiner neulichen frohen Bereitwilligkeit,Harry Schmied zu heirathen."
„Ach, theuerster Vater, gedenkt der schrecklichen Uebcrra-schung, welche das Gerücht seines Todes veranlaßte, und desfreudigen Staunens, ihn lebend zu finden; und laßt es Euchnicht wunderbar scheinen, wenn ich unter Eurem Schutze mirmehr zu sagen erlaubte, als meine Ueberlegung rechtfertigte.Aber damals wußte ich noch nicht das Schlimmste und hieltdie Gefahr für übertrieben. Ach! ich wurde gestern schrecklichenttäuscht, als die Aebtissin selbst hierher kam und mit ihrder Dominikaner. Sie zeigten mir den schriftlichen Auftrag,mit dem großen Siegel von Schottland, Ketzerei auszuforschenund zu bestrafen; sie zeigten mir Euren und meinen Namenin der Liste verdächtiger Personen; und unter Thränen, für-wahr unter Thränen beschwor mich die Aebtissin, ein furcht-bares Schicksal abzuwenden, indem ich mich eilig in das Klo-ster flüchtete; und der Mönch gab sein Wort, daß Ihr nichtbelästig! werden solltet, wenn ich nachgäbe."
„Der böse Feind hole sie Beide als weinende Krokodille!"sagte der Handschuhmacher.
„Ach," erwiderte Katharina, „Beklagen oder Zürnen wird
2 *