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denn die heilige Kirche ist erwacht, ihre Heerde zu wahrenund Ketzerei durch Feuer und Schwert auszurotten. Darinwarn' ich Dich!"
Katharina ließ eine unterdrückte Aeußerung hören, undindem sie sich mit Muhe zwang, ruhig zu erscheinen, versprachsie ihrem Vater, daß, wenn er sie mit einer weitern Erörte-rung des Gegenstandes bis zum nächsten Morgen verschonenwollte, sie dann mit ihm sprechen werde, entschlossen, ihreGedanken völlig auszusprechen.
Mit diesem. Versprechen mußte sich Simon Glover zufrie-den geben, obwohl äußerst besorgt wegen der verschobenenErklärung. Es konnte nicht Leichtsinn oder Wankelmuth desCharakters sein, was seine Tochter bewog, so anscheinend un-beständig gegen den Mann seiner Wahl zu verfahren, den sienoch kürzlich so unzweideutig auch für den Mann der ihrigenerklärt hatte. Welch äußere Macht stark genug sein konnte,ihre so bestimmt ausgesprochenen Entschlüsse binnen vierund-zwanzig Stunden zu verändern, war ihm ein vollkommenesRälhsel.
„Aber ich will so hartnäckig sein, als sie sein kann,"dachte der Handschuhmacher, „und sie soll entweder HarrySchmied ohne weitern Verzug heirathen, oder der alte SimonGlover will einen genügendem Grund für das Gegentheilhören."
Der Gegenstand ward im Laufe des Abends nicht mehrberührt; aber in der Frühe des nächsten Morgens, gleich mitSonnenaufgang, kniete Katharina vor dem Bette, in welchemihr Vater noch schlummerte. Ihr Herz schlug, als ob csspringen wollte, und ihre Thränen rollten zahlreich auf ihresVaters Gesicht. Der gute alte Mann erwachte, blickte em-por, bekreuzte seines Kindes Stirn und küßte sie zärtlich.