2«7
Händen? Ist die schändliche Rede eines überführten Verbrechersvon genügender Kraft, um mein königliches Wappen zu be-flecken ?"
„So lange solche Beschuldigungen nicht widerlegt und ge-leugnet sind, mein königlicher Neffe," sagte der Herzog vonAlbanp, „werden sie das eines Monarchen beflecken."
„Geleugnet, Mylord?" rief der Prinz; „wer behauptetsie? nur ein Elender, der zu schmachvoll ist, selbst durch seineignes Geständniß, um nur einen Augenblick glaubwürdig zusein, war' auch nur eines Bettlers und nicht eines PrinzenCharakter verdächtigt. — Holt ihn hierher — laßt ihm dieFolter zeigen; Ihr werdet ihn bald die Verläumdung wider-rufen hören, die er zu äußern wagte."
„Der Galgen bat sein Werk zu sicher gethan, als daßBonthron noch Gefühl für die Folter hätte," sagte der Herzogvon Albany. „Er ist seit einer Stunde hingcrichtet."
„Und warum sö eilig, Mylord?" sagte der Prinz; „wißtIhr, daß das wie ein Kunstgriff aussieht, um meinen Namenzu beflecken?"
„Es ist allgemeiner Brauch — der im Kampfe des Gottes-gerichts geschlagene Kämpfer wird sogleich aus den Schrankenzum Galgen gebracht. — Und doch, lieber Neffe," fuhr derHerzog von Albany fort, „wenn Ihr die Anschuldigung festund keck geleugnet hättet, würde ich es für recht gehalten haben,den Elenden zu weiterer Untersuchung leben zu lassen, da aberEure Hoheit schwieg, so hielt ich es für's Beste, das Aergernißmit dem Athem dessen zu ersticken, der es ausgesprochen."
„Heilige Maria, Mylord, dies ist aber zu beleidigend!Hieltet Ihr, mein Oheim, mich der Ausübung einer so un-nützen und unwürdigen Thai für schuldig, als sie der Sklavebekannte?"