Gottesurtheil zu unterwerfen. Er trat mit unsicherem Schrittevor. Vielleicht glaubte er, seine innere Ueberzeugung, daß Bon-thron der Mörder sei, werde hinreichen, ihn des Mordes theil-haft zu machen, wenn er gleich keinen wirklichen Anthcil daranhätte. Er blieb vor dem Sarge sichen, und seine Stimmebebte, als er bei Allem schwur, was in sieben Tagen und sie-ben Nächten erschaffen worden, beim Himmel, bei der Hölle,bei seinem Theil am Paradies, bei dem Gott und Schöpferder Welt, daß er unschuldig und frei sei von der blutigenThat an dem Leichnam, der vor ihm lag, und auf dessen Bruster zur Bekräftigung dessen das Zeichen des Kreuzes machte.Es erfolgte nichts. Der Körper blieb steif wie zuvor; diegeronnenen Wunden gaben kein Zeichen von Blut.
Die Bürger sahen einander mit Gesichtern voll unange-nehmer Täuschung an. Sie hatten sich von Eviot's Schuldüberredet und ihr Verdacht war durch sein unentschlossenes Be-nehmen bestärkt worden. Ihr Erstaunen über sein freies AuS-gehen war daher das größte. Die anderen Diener Ramorny'Sfaßten Muth und traten, den Eid zu leisten, mit einer Kühn-heit vor, die immer stieg, wenn einer von ihnen die Probebestanden hatte; sie wurden durch die Stimme der Richtervon jedem Verdacht, der auf sic wegen Oliver Proudfute'sTod geworfen worden, für frei und unschuldig erklärt-
Aber es war noch eine Person, die an diesem steigendenVertrauen keinen Theil nahm. Der Name „Bonthron —Bonthron!" tönte drei Mal durch die Hallen der Kirche; aberer, dem er gehörte, beantwortete den Ruf nicht anders, alsdurch eine scharrende Bewegung der Füße, als hätte ihn plötz-lich eine Lähmung befallen-
„Sprich, Hund," flüsterte Eviot, „oder mache Dich zumTode eines Hundes fertig!"