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„Nehmt Euern Rosenkranz wieder, liebe Krau — ich' ver-stehe keine Gaukelei — kann keine Beschwörungsformeln," sagteder Arzt, der, bewegter, als seine rohe Natur ahnen ließ, stchMühe gab, die Annahme des Unheil bedeutenden Geschenkesabzulehnen. Aber seine letzten Worte gaben dem GeistlichenAergcrniß, an dessen Gegenwart er nicht dachte, da er sieaussprach.
„Wie, Herr Arzt!" sagte der Dominikaner; „nennt IhrGebete für die Todten Gauklerpossen? Ich weiß, daß Chaucer,der englische Dichter, von Euch Medicincrn sagt, Euer Stu-dium betreffe nur wenig die Bibel. Unsere Mutter, die Kirche,war neuerdings eingeschlummert, aber ihre Augen sind nunwieder geöffnet, um Freunde von Feinden zu unterscheiden;und seid versichert —"
„Ach, ehrwürdiger Vater," sagte Dwining, „Ihr beurtheiltmich zu hart. Ich sagte, ich könnte keine Wunder thun undwollte hinzufügen, daß, da die Kirche gewiß dergleichen ver-richten kann, dieser reiche Rosenkranz in Eure Hände gelegtwerden möchte, um ihn so anzuwenden, daß er der geschie-denen Seele den meisten Vortheil bringe."
Er legte den Rosenkranz in des Dominikaners Hand undentfloh aus dem Hause der Trauer.
„Das war ein wunderlicher Besuch," sagte er zu sich selbst,als er wohlbehalten hinaus war. „Mir gelten solche Dingeso wohlfeil, wie irgend Einem; aber obwohl es nur eine thö-richte Grille ist, bin ich doch froh, des schreienden Kindes Le-ben gerettet zu haben. — Aber ich muß zu meinem FreundeSmotherwell, den ich ohne Zweifel in Betreff Bonthrons aufmeine Seite bringe; und so werde ich bei dieser Gelegenheitzwei Leben retten und habe nur eins zerstört.^,
Mädch. v. Pcrth. II.
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