ISV
4 .
Siehst D» die Gestalt dann stehn,
Die Dein brechend Aug' gesehn, —
Wird der Fußtritt nah' Dir kommen,
Der Dein sterbend Ohr vernommen:
5.
Dann werden Sympathien sich regen.
Das Fleisch erbeben, der Nerv bewegen,
Die Wund' erneut ihre starre FluthUnd jeder Tropfen schreit: Blut für Blut!
So verhärtet er auch war, fühlte der Arzt doch einen Wi-derwillen, über die Schwelle des Mannes zu gehen, zu dessenTod er so unmittelbar, obwohl, was die Person betraf, ausVersehen beigetragen hatte.
„Laßt mich geh'n, Ihr Frauen," sagte er, „meine Kunstkann nur den Lebendigen helfen — die Tobten sind über un-serer Macht."
„Ach, aber Euer Kranker ist hier oben — die jüngsteWaise" —
Dwining war gezwungen, in's Haus zu gehen; aber erstaunte, als, da er kaum über die Schwelle getreten, die Ge-vatterinnen, die beim Leichnam beschäftigt waren, plötzlich inihrem Gesänge innehielten, während eine zur andern sagte:
„Um Gotteswillen, wer trat ein? — Das war ein großerBlutstropfen!"
„Nicht doch," sagte eine andere Stimme, „es ist einTropfen des flüssigen Balsams."
„Nein, Gevatterin, es war Blut — ich frage, wer geradejetzt in's Haus trat?"
Eine sah aus dem Gemach nach dem kleinen Eingang hin-aus, wo Dwining, unter dem Vorwände, er könne die Treppe,die in den obern Theil des Trauerhauses führte, nicht recht