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„Fürchtet nichts, mein edler Herr," sagte der Wundarztmit einem schluchzenden Lachen der Freude, welches er umsonst un-ter dem Tone erheuchelten Mitgefühls zu verbergen strebte. „Wirwollen frischen Balsam auflegen, und — hi, hi, hi! — EuerGnaden von der Reizung befreien, die Ihr so standhaft ertraget."
„Standhaft, Mensch?" sagte Ramorny, vor Schmerz knir-schend; „ich ertrage sie, wie ich die sengenden Flammen desFegefeuers ertragen würde — der Knochen scheint glühendesEisen zu sein — Deine fette Salbe wird zischen, wenn sie aufdie Wunde fällt — und doch ist das Dcccmber-Eis verglichender Fiebergluth meiner Seele!"
„Wir wollen zuerst unsere Erleichterung auf den Körperanwenden, mein edler Gönner," sagte Dwining; „und wirddann, mit Eurer Herrlichkeit Erlaubniß, Euer Diener seineKunst auch an dem beunruhigten Gemüth versuchen. — Ob-wohl ich glaube, daß die geistige Qual einigermaßen von derReizung der Wunde abhängt, so hoffe ich doch, die körper-lichen Schmerzen werden bald gelindert sein und die stürmi-schen Gefühle sich dann vielleicht von selber legen "
„Hcnbane Dwining," sagte der Kranke, als er den Schmerzseiner Wunde Nachlassen fühlte, „Du bist ein kostbarer undunschätzbarer Wundarzt, aber Einiges ist über Deine Macht. —Du kannst das körperliche Gefühl dieser rasenden Schmerzenstillen, aber Du kannst mich nicht lehren, den Spott des Kna-ben zu ertragen, den ich erzog, den ich liebte, Dwining —ich liebte ihn, zärtlich liebte ich ihn! Meine schlimmsten Tha-ten geschahen, um seinen Lastern zu schmeicheln, und er wei-gerte mir ein Wort seines Mundes, wo ein solches mir dieseLast abgenommen hätte. Er lächelte — ich sah ihn lächeln,als der elende Oberrichter, der Genosse und Schutzpatron er-bärmlicher Bürger, mich herausforderte, mich, den dieser Herz-