mit Mühe enthielt sie sich, die Klagen und das Jammerge-schrei zu wiederholen, welches um sie her widcrhallte. Inzwi-schen eilte sie rasch vorwärts, wie von einem Traume befangen,im unheimlichen Gefühle furchtbaren Unglücks, ohne daß sie sichdesselben bestimmt und deutlich bewußt war, das aber denschreckliche» Gedanken einschloß, der Mann, der sie so innigliebte, dessen gute Eigenschaften sie so hochschätzte, und der ihr,wie sie jetzt suhlte, theurcr war, als sie sich vorher gestandenhatte, sei ermordet und sie wahrscheinlich schuld an seinem Tode.Die Verbindung zwischen Harrp's vermeintlichem Tode unddem Einfall Conachars und seiner Begleiter, ob sie gleich imAugenblicke der höchsten Aufregung den Gedanken gefaßt hatte,hatte doch hinlängliche Wahrscheinlichkeit, um für wahr zugelten, selbst wenn ihr Verstand fähig gewesen wäre, 'dieGlaubwürdigkeit des Umstandes zu untersuchen- Ohne zu wissen,was sie außer dem allgemeinen Verlangen, das Schlimmste vondem schrecklichen Gerüchte zu erfahren, noch suchte, eilte sie demOrte zu, den ihre Gefühle am vorigen Tage sie unter allenam meisten zu meiden veranlaßt hätten.
Wer hätte am Fastnachtabend die stolze, furchtsame, schüch-terne, strenganständige Katharina Glover überreden können,daß sie vor der Messe am Aschermittwoch durch die Straßenvon Perth rennen würde, sich Bahn suchend durch Tumult undVerwirrung, mit aufgelöstem Haar, ungeordneter Kleidung, umdas HauS desselben Liebhabers aufzusuchen, der, wie sie glau-ben mußte, sie durch Unterhaltung einer unanständigen und fre-chen Liebschaft so arg und schwer vernachlässigt und beschimpfthatte? Und doch war es so. Und da sie in der Eile die freiesteStraße, wie durch Instinkt, einschlug, gelangte sie, die Haupt-straße, wo das Gedränge am größten war, vermeidend, durchdieselben engen Gaffen an der Nordseite der Stadt auf den