Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

93

Diener in das Dominikanerkloster verfolgten. Die Diener findauch nach Fife entfernt worden, damit fie nichts ausplaudern."

Nun, das war weise gehandelt," sagte der Prinz, der,wie wir dem einsichtsvollen Leser nicht zu sagen brauchen,mit besserem Rechte so genannt ward, als es ihm die lustigeNacht gewährte,es war vorsichtig gehandelt, leichtzüngigeGefährten aus dem Wege zu schaffen. Aber Sir Johns Ab-wesenheit von diesem feierlichen, schon so lang' angeordnetenFeste ist Meuterei und Auskündigung des Gehorsams. Wennaber der Ritter wirklich Gefangener der Krankheit und Me-lancholie ist, so müssen wir ihn mit einem Besuche erfreuen,denn es gibt kein besseres Mittel gegen solche Krankheiten,als unsere Gegenwart und einen sanften Kuß der Kürbiß-flasche. Vorwärts, Knappen, Musikanten, Wachen undHofleute! Tragt hoch das große Emblem unserer Würde.Auf mit dem Kürbiß, sag' ich! und laßt die Träger der Ton-nen, mit deren Blut wir unfern Becher füllen, ihres festenZustandes gemäß erwählt sein. Die Last ist schwer und kost-bar, und wenn unser Gesicht nicht getrübt ist, scheinen sie mehrzu schwanken und zu straucheln, als uns wünschenswerth ist.Nun, vorwärts, Ihr Herren, und laßt unsere Musikantenrecht laut und lustig spielen."

Vorwärts zogen sie mit jubelnder Lust und Freude, wäh-rend die zahlreichen Fackeln ihr rothes Licht gegen die kleinenFenster der engen Straßen warfen, aus welchen Hausherrenin der Nachtmütze, bisweilen ihre Weiber daneben, verstohlenvorguckten, um zu sehen, welcher wilde Lärm die friedlichenStraßen zu so ungewohnter Stunde störte. Endlich hielt dermuntere Zug vor Sir John 'Ramorny'S Hausthür, die durcheinen kleinen Hof von der Straße getrennt war.

Hier klopften sie, donnerten und halloheten, Rache drohend