erwiderte er: »Ei, guter Vater Glovcr, Du nimmst Dir zuviel heraus auf Kosten Deines grauen Haars. Erwäge, gu-ter Nachbar, Du bist zu alt, um Dich mit einem jungenKriegsmann zu messen. Und was meine Magda betrifft, sokann ich Dir trauen, denn ich weiß, daß sich Keiner wenigerscheut, als Du, den Frieden einer Familie zu stören-"
„Deine Dummheit vertraue nicht länger auf mich," sagteder erzürnte Handschuhmacher; „aber schaffe Dich selbst unddas Ding, welches Du einen Kopf nennst, aus meinem Be-reich, oder ich borge fünf Minuten meine Jugend zurück undbreche Dir den Schädel!"
„Ihr habt eine» lustigen Fastnachtabend gehalten, Nach-bar," sagte der Strumpfwirker, „und ich wünsche Euch einenruhigen Schlaf; wir werden morgen bessere Freunde sein."
„Aus meinem Hause heut Nacht!" sagte der Handschuh-macher. „Ich schäme mich, daß eine so thörichte Zunge wiedie Deine mich so aufzubringen vermochte." — „Narr — Thier— klatschzüngiger Thor!" sprach er für sich weiter, sich selberin einenStuhl werfend, als derStrumpfwirkerverschwand; „daßein Kerl, der aus Lügen besteht, keine finden kann, wenn es gilt,die Schmach eines Freundes zu verbergen ? Und ich — wer bin ich,daß ich wünschte, die ungeheure Schmach, die mich und meineTochter traf, entschuldigt zu sehen? Und doch, ich dachte so gutvon Harry, daß ich alle Lügen zu glauben bereit war, die derprahlerische Esel hätte erfinden können. Nun wohlan! Es istnicht der Mühe werth, daran zu denken. Unser ehrlicher Namemuß bleiben und sollte auch Alles sonst zu Grunde gehen."
Während der Handschuhmacher sich über die unwillkom-mene Bestätigung des Gerüchtes moralisirte, das er gern fürunwahr gehalten hätte, hatte der verwiesene MohrentänzerMuße, in der beruhigenden Luft einer kalten und finstern