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15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
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ich habe Euch etwas Schlimmes mitzutheilen, von so düstererund schrecklicher Art, daß Euer Gnaden frommes Herz seineMöglichkeit kaum begreifen wird; und ich entdecke cs mitSchmerz, weil es so gewiß, als ich ein unwürdiger Dienerdes heiligen Dominikus bin, die Ursache von dem Zorn desHimmels gegen das unglückliche Land ist, einem Zorne, durchden unsere Siege in Niederlagen, unsere Freude in Trauerverwandelt, unser Rath durch Uneinigkeit gestört und unserLand vom Bürgerkrieg verzehrt wird."

Sprecht, ehrwürdiger Prior," sagte der König;sicherlich,wenn die Ursache solcher Uebel in mir oder in meinem Hauseliegt, so will ich sogleich Sorge tragen, daß sie entfernt werde "

Er sprach diese Worte mit schwankender Stimme und er-wartete ängstlich des Priors Antwort, ohne Zweifel aus Furcht,daß er Rothsay einer neuen Thorheit oder eines neuen Feh-lers beschuldigen werde. Seine Besorgnisse täuschten ihn viel-leicht, wenn er glaubte, er sähe des Geistlichen Blick einenAugenblick auf dem Prinzen ruhen, bevor er mit feierlicherStimme sagte:Ketzerei, mein edler und gnädiger König,Ketzerei ist unter uns. Sie reißt Seele um Seele von derHeerde, wie Wölfe aus den Hürden Lämmer stehlen."

Es sind genug Hirten, um die Heerde zu bewachen,"antwortete der Herzog von Rothsay.Hier sind allein vierKlöster von Ordensgeistlichcn bei der armen Heerde von Perth,ungerechnet die Weltgeistlichen. Mich dünkt, eine so wohlbesetzte Stadt kann cs mit einem Feinde aufnehmen."

Ein Verräther in einer Besatzung, Mylord," antworteteder Prior,kann viel thun, die Sicherheit einer Stadt zu ver-nichten, die von Legionen bewacht ist; und wen» der eineVerräther entweder aus Leichtsinn, oder Liebe zum Neuen,oder sonst einem Grunde von denen geschützt und gehegt wird,