„Wir wissen," sagte der Prior mit unterdrücktem Unwil-len, „aus welcher Quelle diese schnöden Grundsätze geflossensind, die wir mit Entsetzen aus dem Munde hören, der siejetzt ausspricht, Wenn Prinzen mit Ketzern verkehren, so wirdihr Gemüth wie ihre Sitten verdorben. Sie zeigen sich aufden Straßen als die Gefährten von Masken und schlechtenDirnen, und im Rathe als Spötter gegen die Kirche und hei-lige Gegenstände."
„Ruhig, guter Vater!" sagte der König. „Rothsay sollBuße thun für seine eiteln Reden. Ach! laßt uns Rath pfle-gen auf freundliche Art, und nicht wie ein meuterischer HaufeSchiffsvolk in einem sinkenden Fahrzeuge, wenn Jeder mehrmit seinen Nachbarn zu hadern strebt, als den Bemühungendes verlassenen Schiffsherrn, der das Schiff erhalten will,beizustehen. — Mylord von Douglas, Euer Haus hat seltengefehlt, wenn die Krone von Schottland weisen Rath odermännliche Hilfe forderte; ich hoffe, Ihr werdet uns in dieserVerlegenheit Hilfe leihen?"
„Ich kann mich nur wundern, daß diese Verlegenheit vor-handen sein soll," antwortete der stolze Douglas. „Als mirdie Statthalterschaft des Königreichs anvertraut ward, kameneinige der wilden Clans von den Grampischen Bergen her-ab. Ich bemühte den Rat- nicht wegen der Sache, sondernließ den Sheriff, Lord Ruthven, mit der Macht der Ebenezu Pferde steigen — mit den Hays, den Lindsaps, den Ogil-vies und andern Edclleuten. Beim heiligen Zaum! wenn dieStahlkleider dem Mantel begegneten, da wußten die Räuber,wozu Lanzen gut waren und ob Schwerter Schneiden hattenoder nicht. Dreihundert ihrer besten Köpfe blieben, außer demihres Häuptlings, Donald Cormac, auf dem Moor von Thornund im Rochinroywalde; eine gleiche Anzahl ward aufgehängt