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Herr, war' es nicht besser, ich blieb einen Augenblick in derKapelle und nähme meinen Mantel um?"
„Hm, Liebchen, das ist nicht übel," sagte der Waffen-schmied; aber der Mönch sprach dagegen, indem er zugleichden Finger verbietend erhob.
„Die Kapelle des heiligen Mador ist kein Ankleidezimmerfür Gaukler und Landstreicher, um sich dort zu putzen. Ichwill Dir gleich einen Ort zeigen, der besser für Deinen Standpaßt."
Das arme junge Weib senkte ihr gedemüthigtes Hauptund kehrte von der Kapellenthür, der sie sich genähert hatte,mit dem tiefen Gefühle der Erniedrigung zurück. Ihr kleinerHund schien aus seiner Herrin Blick und Benehmen zu ahnen,daß sie auf diesem heiligen Boden unberechtigte Eindringlingewaren, denn er senkte die Ohren und fegte den Boden mitdem Schwänze, während er leise und dicht hinter LouisensFüßen hinlief.
Der Mönch ging ohne Aufenthalt vorwärts. Sie stiegeneine breite Treppe hinab und gingen durch ein Labyrinh un-terirdischer, matt erhellter Gänge. Als sie durch ein niedriggewölbtes Thor kamen, wandte sich der Mönch um und sagte,in demselben strengen Tone wie vorher, zu Louisen: — „Dort,Tochter der Thorheit, ist ein Ankleidezimmer, wo Viele vorEuch ihre Kleider abgelegt haben!"
Dem geringsten Zeichen mit rascher und furchtsamer Be-reitwilligkeit folgend, eilte sie durch die offene Thür, kehrteaber sogleich entsetzt zurück. Es war ein Beinhaus, halb an-gefüllt mit alten Schädeln und Knochen.
„Ich fürchte mich, dort mein Kleid zu wechseln, und allein— aber wenn Ihr, Vater, es befehlt, so möge es geschehen "
„Ei, Du Kind der Eitelkeit, die Neste, die Du siehst, sind