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15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
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Kunst" erhalten hatte. Ein kleiner Beutel hing an einemblauen Bande von der Schulter an der linken Seite herab.

Ihre gebräunte Gesichtsfarbe, die schneeweißen Zähne, dieglänzenden schwarzen Augen und Rabenlocken sagten, daß ihreHeimath im fernen Süden Frankreichs lag, und das schalkhafteLächeln und Grübchenkinn trug denselben Charakter. Ihrschönes, um eine kleine goldene Nadel gelocktes Haar war voneinem golddurchwirkten Netz zusammengehalten. Ein kurzesNöckchen mit Silberborde, welches dem Jäckchen entsprach, rotheStrümpfe, die bis zur Mitte des Beines sichtbar waren undkurze Stiefel von spanischem Leder vollendeten ihren Putz, derzwar nicht neu, aber festlich und mit großer Sorgfalt erhaltenwar. Sie schien etwa fünfundzwanzig Jahr alt zu sein, abervielleicht hatten Mühseligkeiten und Wanderungen der Zeitvorgegriffen und die Frische ihrer Jugend beeinträchtigt.

Wir sagten, das Benehmen der Sängerin sei lebhaft ge-wesen und wir können hinzufügen, daß ihr Lächeln und ihreAntworten schnell waren. Aber ihre Fröhlichkeit war erzwungen,weil diese eine der Haupteigcnschasten eines Standes war, derunter seine Unannehmlichkeiten auch die zählte, daß er häufignöthigte, den Kummer des Herzens unter einem Lächeln zuverbergen. Dies schien Louisens Fall zu sein, die, weil siewirklich die Heldin ihrer eigenen Ballade war, oder aus irgendeinem andern Grunde zur Traurigkeit, oft wider Willen eineFolge schwermüthiger Gedanken ausdrückte, welche die vonAusübung der fröhlichen Kunst geforderte Lebhaftigkeit desGeistes mäßigten. Auch fehlte ihr das kecke, freche Lachen derFrauen ihres Standes, die nie in Verlegenheit waren, auf eineunschickliche Geberde zu antworten, oder das Gelächter gegenEinen zu richten, der sie unterbrach oder störte.

Es mag hier bemerkt sein, daß diese Klaffe von Frauen, in

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