Elftes Kapitel.
Schön ist das Mädchen, — es umziehtSin sonnig Lächeln ste von Weitem;
Die Wolke trüber Sorge stellt
Man in der Näh' sich drüber breiten.
Lucinda, eine Ballade,
Wir muffen hier ein wenig bestimmter die Ereignisse ver-folgen, die nicht recht genau von« Fenster des königlichen Saa-les gesehen und noch ungenauer von Denen berichtet wurden, dieZeugen derselben waren. Das bereits erwähnte Mädchen hattesich an einen Ort gestellt, wo zwei breite Stufen, die den Zu-gang zu der großen Treppe bildeten, ihr den Vortheil darbo-ten, anderthalb Schuh höher zu stehen, als die im Hofe, vondenen sie gehört zu werden wünschte. Sie trug die Kleidung ih-res Standes, welche, mehr prachtvoll als reich, die Gestalt mehrhervortreten ließ, als andre Frauenkleider jener Zeit. Nebenihr lag ihr Mantel und ein Körbchen, das ihre kleine Garde-robe enthielt; ein kleiner französischer Hühnerhund saß alsWächterdaneben. Ein azurblaues, silbergesticktes Jäckchen, vorngeöffnet, zog die Taille der Sängerin zusammen und ließ meh-rere seidne Westckien von verschiedener Farbe blicken, deren Zu-schnitt die Umrisse der Schultern und der Brust bezeichnete.Eine kleine silberne Kette um den Hals verlor sich darunterund erschien von Neuem, um eine Medaille vom nämlichenMetall zu zeigen, die den Hof oder die Sängergescllschast an-kündigte, wo das Mädchen ihre Grade in der „Fröhlichen