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damaliger Zeit sehr zahlreich, unmöglich in besonderer Achtungstehen konnte. Sie waren indeß durch die Sitten der Zeitgeschützt; und von der Art waren die Freiheiten, die sic besaßendurch die Gesetze der Cbevalerie, daß nichts seltener war, alsdiese irrenden Damen sich über erlittene Kränkungen und Un-recht beklagen zu hören. Ohne Gefahr gingen sie an Ortenab und zu, wo bewaffnete Männer wahrscheinlich blutigen Wi-derstand gefunden hätten. Aber obwohl, ihrer Kunst zu Ehren,geduldet und geschützt, führten doch die Minstrels beiderleiGeschlechts, wie die wandernden Musikanten und Schauspielerder neuen Zeit, ein zu ungeordnetes und armseliges Leben, umein geachteter Theil der Gesellschaft zu sein. Ja, unter denstrengern Katholiken galt ihr Beruf für unerlaubt.
So war das Mädchen, welches, die Laute in der Handund auf der erwähnten geringen Erhöhung stehend, gegen dieUmstehenden vortrat und sich als Meisterin der fröhlichenKunst darstellte, dazu erkoren und berechtigt durch das Zeugnißeines Hofes der Liebe und Musik, der zu Air in der Provenceunter dem Vorsitze der Blüthe der Ritterschaft, des tapfer«Grafen Apmer, gehalten worden- Und sie bat nun die, durchdie weite Welt wegen ihrer Tapferkeit und Artigkeit bekanntenschottischen Ritter, einer armen Fremden den Versuch zu ge-statten, ihnen durch ihre Kunst einige Unterhaltung zu gewäh-ren— Die Liebe zum Gesang war damals, wie die Liebe zumRuhme, allgemeine Leidenschaft, die Jeder zur Schau trug, ermochte sie haben oder nicht; daher wurde der Vorschlag Louisensallgemein angenommen- In diesem Augenblicke hielt ein alterMönch, der sich unter den Zuhörern befand, es für nölhig,das Mädchen zu erinnern, daß, weil sie in Mauern geduldetwerde, wo man nicht gewohnt sei, Personen ihres Standes zuempfangen, er hoffe, es werde nichts gesagt oder gesungen wer-