168
Ich höre Pferdegetrappel. Seht aus dem Fenster und sagtuns, wer kommt. Ist es nicht Nothsay?"
„Der edle Graf von March mit seinem Gefolge," sagteder Prior.
»Ist sein Gefolge stark?" fragte der König. „Betretenseine Leute den Hof?"
Im nämlichen Augenblicke flüsterte Albany dem König zu:„Fürchtet nichts — die Brandancn *) Eures Hauses stehen un-ter den Waffen."
Der König nickte dankend, während der Prior vom Fensterdie Frage beantwortete: „Der Graf ist begleitet von zweiPagen, zwei Herren und vier Knechten. Ein Page folgt ihmauf der Haupttreppe und trägt seiner Herrlichkeit Schwert.Die andern halten im Hofe, und — Benedicite! was ist das ?— Hier ist eine wandernde Sängerin, die sich mit ihrer Lauteunter den königlichen Fenstern zum Gesang anschickt, im Klosterder Dominikaner, wie sie es im Hofe einer Schenke könnte.Ich will sie sogleich fortweisen lassen."
„Nicht so, Vater," sagte der König. „Laßt mich für diearme Pilgerin bitten. Die sogenannte „fröhliche Kunst", welchesie treibt, ist trübselig vereint mit der Armuth und dem Elend,wozu dies wandernde Geschlecht der Minstrels verdammt ist.Darin gleicht es den Königen, die allenthalben auf ihrem Wegemit Freuden empfangen werden und umsonst nach dem fried-lichen Glücke seufzen, das der ärmste Landmann im Schooßeseiner Familie genießt. Die wandernde Sängerin soll nichtfortgewiesen werden, Vater; laßt sie, wenn sie will, vor denDienern und Reitern im Hofe singen. Vielleicht wird dadurch
So hießen die Bewohner der Insel Bute, a„S denen die könig-liche Leibwache bestand.