159
der, wenn auch begierig nach Macht, doch nichts Niedriges undHabsüchtiges in seinem Charakter hatte, sondern sogar einevorzügliche Großmuth und Freundlichkeit besaß; „sicherlich kanndas Dominikanerkloster seinem Fürsten die Gastfreiheit gewähren,die das Haus jedem Wanderer, wes Standes er auch sei, bietet,den die armen Diener unsers Schutzheiligen bewirthen. Nein»mein königlicher Herr, kommt mit einem zehn Mal größernGefolge, als jetzt, und es soll kein Körnchen Hafer, kein BundStroh, kein Stück Brod und kein Pfund Fleisch mangeln.Ein Anderes ist's, die Einkünfte der Kirche, die ansehnlicherfind, als die Mönche wünschen dürfen oder nöthig haben, da-zu zu verwenden, mit geziemender Achtung Ew. Majestät zuempfangen, ein Anderes, sie sich von rohen, gcwaltthätigenMenschen entrissen zu sehen, deren Liebe zum Raub keine an-dern Schranken kennt, als den Umfang ihrer Gewalt."
»Nun wohl, guter Prior," sagte der König; „lenken wirnun unsere Gedanken einen Augenblick von Staatsangelegen-heiten ab; —könnt Ihr, ehrwürdiger Herr, uns berichten wiedie guten Bürger von Perth ihren Valenttnstag begonnenhaben? Verliebt und fröhlich, und hoffentlich friedlich?"
„Was das Verliebte betrifft, mein König, so versteh' ichwenig von solchen Dingen. Hinsichtlich des Friedlichen, so kamendrei oder vier Männer, zwei schrecklich verwundet, diesen Morgenvor Tagesanbruch, um das Recht des Hciligthums in Anspruchzu nehmen, verfolgt von schreienden Bürgern in ihren Hemdenmit Knitteln, Piken, Streitäxten und zweihändigen Schwer-tern, indem immer Einer lauter als der Andere rief: schlagtzu, schlagt todt! Ja, sie waren nicht zufrieden, als unserPförtner und Wächter ihnen sagte, daß die Verfolgten Zufluchtbeim Altar der Kirche gefunden, sondern fuhren einige Minutenlang fort, zu lärmen und gegen das Hintere Thor zu schlagen,