149
und kiing, auf einen Ebenholzstock mit einem Rabenschnabelgestützt, mit sichtbarer Anstrengung und hinkend auf einen Prunk-sesfel zu, der unter einem Thronhimmel stand und den manfür ihn in das große hohe Gemach, worin er sich befand, nebendas Kamin gestellt hatte.
Dies war Robert, der Dritte dieses Namens und derZweite der unglücklichen Familie Stuart, welcher den schottischenThron einnahm. Er hatte viele Tugenden und war nicht ohneTalent; aber zu seinem großen Unglück, welches mehrere Prin-zen dieses, von so vielfachem Mißgeschick heimgesuchten Hau-ses mit ihm theilten, waren seine vorzüglichen Eigenschaftennicht von der Art, daß sie ihn befähigt hätten, die Rolle zuspielen, wozu ihn seine Geburt berufen. Der König eines sorauhen Volkes, wie damals die Schotten waren, hätte eintapferer, rüstiger Krieger sein müssen, der geleistete Dienstefreigebig belohnte, die Verbrechen streng bestrafte, und dessenganzes Wesen Furcht und Liebe zugleich einflößen konnte; aberRobert des Dritten Eigenschaften waren das Gegentheil vonalledem. Er hatte zwar in seiner Jugend mehreren Schlach-ten beigewohnt, aber wenn er darin auch keine Schmach ärn-tete, so hatte er doch nie die ritterliche Begierde nach Kriegund Wagstücken, und das glühende Verlangen, sich durch ge-fährliche Thaten berühmt zu machen, an den Tag gelegt, wel-ches man damals von Allen erwartete, die von edler Geburtwaren und Ansprüche auf Ansehen machten.
Ueberdies war seine kriegerische Laufbahn sehr kurz. ImGetümmel eines Turniers erhielt der junge Graf von Carrick,dies war sein damaliger Titel, einen Schlag vom Pferde desSir James Douglas von Dalkeith, in Folge dessen er zeitle-bens lahm blieb, und völlig unfähig, ferner Theil am Kriegezu nehmen oder an kriegerischen Spielen und Turnieren, die