III
„Weg mit Rothsay! er ist zu fröhlich, um unser Richterzu sein," riefen die Bürger wieder.
Simon ermuthigt, als er sah, daß er zu dem erwünschtenZiele gelangte, fügte, den gefürchteten Namen jedoch nurhalblaut verkündend hinzu: „Würde Euch der schwarze Dou-glas besser zusagend"
Eine Minute lang erfolgte keine Antwort. Sie sahen ein-ander mit niedergeschlagener Miene und bleichen Lippen an.Harry Schmied aber sprach kühn und mit entschiedenem Tonedie Gedanken aus, welche Alle hegten, obwohl ihnen sonstKeiner Worte zu geben wagte: —
«Den schwarzen Douglas als Richter zwischen einem Bür-ger und einem Herrn, ja, einem Edelmann? ei wahrhaftig!— lieber den schwarzen Teufel aus der Hölle; Ihr seidwahnsinnig, Vater Simon, daß Ihr nur einen so tollen Vor-schlag thun könnt."
Wieder trat eine Stille der Furcht und Ungewißheit ein,welche endlich Bailie Craigdallie unterbrach, der, den Spre-cher sehr bedeutsam anblickend, erwiederte: „Ihr verlaßt Euchauf ein tüchtig Unterwams, Nachbar Schmied, sonst würdetIhr nicht so kühn sprechen."
„Ich vertraue auf ein gutes Herz unter meinem Wams,wie ich's habe, Bailie," antwortete der muthige Harry; „undobwohl ich nur wenig spreche, so soll mein Mund doch nim-mer von irgend einem Euer Edcln verschlossen werden."
„Tragt ein dickes Wams, guter Harry, oder sprecht nicht solaut," wiederholte der Bailie, im nämlichen bedeutsamen Tone.„Es gibt Gränzleute in der Stadt, die das blutige Herz'')
") Das wohlbekannte Kennzeichen des Hauses Douglas.