Mächtigen, denn ein Anderer hätte das nicht gewagt. Es isthart für Fleisch und Blut, ihr Meister, wenn man sich solcheSchmach gefallen lassen muß. Die Gesetze haben uns einengeringern Rang als den Fürsten und Edeln angewiesen; aberes ist gegen die Vernunft zu glauben, wir werden leiden, daßman unsre Häuser stürmt und die Ehre unserer Weiber undTöchter angreift, ohne daß wir Genugthuung suchen."
„Es läßt sich nicht ertragen!" antworteten die Bürgereinmüthig.
Hier legte sich Simon Glover mit sehr besorgter und un-heilverkündender Miene ins Mittel. „Ich hoffe noch, es warAlles nicht so böse gemeint, als es uns scheint, meine wür-digen Nachbarn; und was mich betrifft, so wollt' ich herzlichgern die Unruhe und Störung verzeihen, die meinem armenHause widerfahren, wofern sich die schöne Stadt meinetwegenkeine Unannehmlichkeit bereitet. Ich bitt' Euch zu erwägen,welches die Richter sind, die darüber entscheiden werden. Ichrede unter Nachbarn, Freunden, und also zu offnen Herzen.Der König, Gott segne ihn! ist so geschwächt an Körper undGeist, daß er uns an einen seiner Räthe weisen wird, zu ei-nem großen Herrn, der gerade in Gunst bei ihm steht. — Erschickt uns vielleicht an seinen Bruder, den Herzog von Al-bany, der unser Gesuch um Schlichtung des Unrechts zumVorwand nehmen wird, uns Geld abzupressen."
„Wir wollen keinen Albany zu unserm Richter!« antwor-tete die Versammlung ebenso einmüthig wie vorher.
„Oder vielleicht," setzte Simon hinzu, „wird er den Her-zog von Rothsay die Sache übernehmen heißen; und der wildejunge Prinz wird die Ungebühr als etwas für seine lustigenGefährten Passendes und als Stoff für seine Minstrels ari-schen."