52
gen, ich würde wohl daran thun, Euch beim Nachhausegehenin der Stille zu folgen, weil ich nicht zweifelte, mit den Waf-fen, die ich trug, leicht einen Jeden, der Euch anzugreifenwagte, zurechtweisen zu können. Ihr habt, wie Ihr wißt,selber mich erkannt, und mich, ich mochte wollen oder nicht,eintreten heißen; sonst, das kann ich Euch versichern, war' ichnicht vor Eurer Tochter erschienen, ohne vorher das Wamsanzulegen, das ich mir in Berwick nach der neuesten Modehabe machen lassen, und hätte die Waffen, die sie nicht leidenkann, ihr nicht vor die Augen gebracht. Und gleichwohl, dieWahrheit zu sagen, haben so viele Leute, aus der oder jenerUrsache, einen tödtlichen Haß auf mich geworfen, daß ich sogut als irgend ein Schotte nöthig habe, bei Nacht bewaff-net auszugehcn."
„Das närrische Mädchen denkt daran nie," sagte SimonGlover; „sie hat nicht so viel Verstand, zu erwägen, daß inunserm lieben Schottland Jeder das Recht und die Freiheit zuhaben glaubt, sich selber Gerechtigkeit zu verschaffen. AberHarrp, mein Sohn, Du thust Unrecht, daß Du Dir ihre Worteso zu Herzen nimmst. Ich habe Dich kühn genug vor andernMädchen gesehen — warum so still und wortkarg bei ihr?"
„Weil sie verschieden von andern Mädchen ist, Vater Glo-ver — weil sie nicht nur schöner, sondern auch klüger, höher,heiliger ist und mir aus besserm Stoff gemacht zu sein scheint,als wir, die wir uns ihr nähern. Unter andern Mädchen kannich den Kopf hoch tragen, wenn wir um den Maibaum tan-zen; aber in Katharinens Nähe erscheine ich mir nur als eingemeines, wildes Wesen, kaum werth, die Augen zu ihr zuerheben, und noch weniger, den Lehren, die sie mir gibt, zuwidersprechen."
»Ihr seid ein unkluger Kaufmann, Harry Schmied," erwie-