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15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
45
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ohne ihm das Recht zu verleihen, Gnade zu verkünden, wenner das Urtheil bekannt macht. Steh' auf, Harry, steh' auf,edler, guter und großmüthiger, obgleich sehr verirrter MannDeine Fehler sind die dieses grausamen und gefühllosen Zeit-alters Deine Tugenden sind ganz Dein."

Während sie so sprach, legte sie ihre Hand auf des SchmiedsArm, und diesen mit sanfter Gewalt, der er nicht zu wider-stehen vermochte, unter seinem Kopfe wegziehend, zwang sieihn, sie seine männlichen Züge und die Thränen sehen zu lassen,welche Katharinens Vorwürfe und andre Empfindungen, diesich ihm aufdrängten, hervorgerufen hatten.Weine nicht,"sprach sie,oder weine vielmehr, aber weine gleich Jenen,welche Hoffnung haben. Entsage dem sündigen Stolz undJähzorn, die Dich am meisten plagen, wirf jene verfluchtenWaffen von Dir, deren verhängnißvoller, mörderischer Ge-brauch Dir eine leichte Versuchung bereitet."

Ihr sprecht vergebens zu mir, Katharina," erwiderte derWaffenschmied;ich kann allerdings Mönch werden und michvon der Welt zurückzichen; aber so lang ich in ihr lebe, mußich mein Handwerk treiben, und so lang ich für Andre Waffenverfertige, kann ich der Versuchung nicht widerstehen, sie selbstzu gebrauchen. Ihr würdet mir nicht solche Vorwürfe machen,wüßtet Ihr, wie die Mittel, durch die ich meinen Unterhaltgewinne, von dem kriegerischen Geiste unzertrennlich sind, denIhr mir zum Verbrechen macht, da er doch aus unvermeid-licher Nothwendigkeit hervorgeht. Während ich dem Schildeoder Panzer die erforderliche Festigkeit gebe, daß er den Hiebenwiderstehe, muß ich da nicht immer darauf denken, wie mandiese führt, mit welcher Gewalt sie einschlagen, und wenn ichein Schwert schmiede oder Härte zum Kampfe, ist mir's damöglich, die Erinnerung an seinen Gebrauch zu vermeiden?"