Druckschrift 
15 (1851) Das schöne Mädchen von Perth
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Ich habe keinen Anlaß, zu verzeihen," antwortete Katha-rina,wo ich kein Neckt habe, mich beleidigt zu fühlen. Wennes meinem Vater beliebt, dieses Haus zum Schauplatz nächt-licher Händel zu machen, so muß ich sie mit ansehen ichkann mir nicht helfen. Vielleicht war's unrecht von mir, daßich ohnmächtig ward, und wohl damit die Fortsetzung des chren-werthen Kampfes unterbrach. Meine Entschuldigung ist, daßich kein Blut sehen kann "

Und ist dies die Weise," sagte ihr Vater,mit welcherDu meinen Freund nach langer Abwesenheit empfängst? Mei-nen Freund, sagt' ich? nein, meinen Sohn. Er entgeht derErmordung von der Hand eines Burschen, von dem ich mor-gen das Haus säubern will, und Du behandelst ihn, als hält'er Unrecht gethan, indem er die Schlange von sich schleuderte,die ihn stechen wollte?"

Es ist nicht meine Sache, Vater," erwiderte das Mädchenvon Perth,zu entscheiden, wer bei diesem Streite Recht oderUnrecht hatte; auch sah ich nicht genau genug, was geschah,um sagen zu können, wer angriff und wer sich vertheidigte.Aber gewiß wird unser Freund, Meister Harry, nicht leugnen,daß er in einer vollkommenen Atmosphäre von Streit, Blutund Händeln lebt. Er hört von keinem Fechter, dessen Ruhmer nicht beneidet und an dem er nicht seinen Muth prüfenmuß. Er sieht keine Schlägerei, wo er nicht mitten d'runtermuß. Hat er Freunde, so kämpft er mit ihnen aus Liebe undum der Ehre willen hat er Feinde, kämpft er mit ihnenaus Haß und Rache. Und Leute, die weder seine Freunde nochFeinde sind, bekämpft er, weil sie sich auf dieser oder jenerSeite eines Flusses befinden. Seine Tage sind Kampftage, undohne Zweifel wiederholt er sie in seinen Träumen."

Tochter," sagte Simon,Deine Zunge spricht allzufrei.