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nun lege Deine Arbeit bei Seite, Mädchen, denn es ist heili-ger Abend und es ziemt uns, in die Vesper zu geben, umden Himmel zu bitten, daß er Dir morgen einen guten Va-lentin sende."
Das schöne Mädchen von Pcrth legte demnach den präch-tigen Jagdhandschuh, den sie für Ladp Drummond stickte, beiSeite, warf ihr Festtagskleid um und machte sich bereit, ihre»Vater in das Dominikanerkloster zu begleiten, welches nichtweit von der Curfewstraße, wo sie wohnten, entfernt lag. Un-terwegs empfing Simon Glover, ein allgemein geachteter Bür-ger von Perlh, der in den Jahren schon bedeutend vorgerücktwar, aber auch seinen Reichthum mit seinen Jahren sich zu-gleich hatte mehren lassen, von Jung und Alt die Huldigun-gen, die seinem Sammtrock und seiner goldnen Kette zukamen,während vor Katharina's Reizen, obwohl durch ihren Mantel(ähnlich den noch in Flandern üblichen Mänteln) verhüllt, sichJung und Alt verbeugte und die Mützen zog.
Während das Paar Arm in Arm vorwärts ging, folgteihnen ein hochgewachsener, hübscher, junger Mann, gekleidet indie einfachste Tracht, die jedoch seine woblgcsormten Gliedervortheilhaft hervorhob und edle, regelmäßige Züge blicken ließ,die neben dem reichgelockien Haar und der kleinen Scharlach-mütze, welche zu diesem Kopfputz trefflich stand, noch angeneh-mer ins Auge fielen. Er hatte keine andere Waffe als einenStab in derHand (denn er war Lehrbursche beim alten Glover),und man hielt es nicht für schicklich, daß Leute seines Standesmit dem Degen oder Dolche bewaffnet in den Straßen erschie-nen, ein Vorrecht, welches die Jackmanns, d. h. die im beson-der» Dienst der Edlen stehenden Söldner, für sich allein inAnspruch nahmen. Er begleitete seinen Meister zur Kirche,einmal, weil er gewistermaßen sein Bedienter war, und sodann,