religiösen Pflichten erfüllte, brachte viele Leute zu dem Glau-ben, Katharina Glover hege im Stillen den Wunsch, sich vonder Welt zurückzuziehen und sich in die Einsamkeit des Klo-sters zu begraben. Aber gesetzt auch, es wäre in der Thalihre Absicht gewesen, ein solches Opfer zu bringen, so ließsich doch nie annchmen, daß ihr Vater, der für reich galt undaußer ihr kein Kind weiter hatte, freiwillig seine Zustimmunggeben würde.
In ihrem Entschlüsse, die Höflichkeiten der artigen Höflingezu vermeiden, ward die gefeierte Schönheit von Perth durchdie Gesinnung ihres Vaters bestärkt. „Laß sie gehen," sagteer, „laß sie gehen, Katharina, diese edlen Herren mit ihrenmunteren Rossen, ihren glänzenden Sporen, ihren Federhütenund wohlgepflegtcn Schnurrbärten; sie gehören nicht in unfernStand und wir wollen uns nicht zu ihnen zu erheben suchen.Morgen ist St. Valentin, der Tag, an welchem jeder Vogelsein Weibchen wählt; aber Du wirst weder den Hänfling mitdem Sperber, noch das Nothkehlchen mit dem Geier sich paarensehen. Mein Vater war ein ehrsamer Bürger von Perth, undwußte die Nadel so gut zu führen wie ich. Wenn sich aber denThoren unsrer guten Stadt der Krieg nahte, warf er Nadel,Faden und Gemshaut weg, holte aus dem dunkeln Winkel, woer sie ausgehängt hatte, Pickelhaube und Schild und nahm seinelange Lanze vom Kamine. Nenne mir Jemand einen Tag, woich oder er gefehlt hätten, wenn der Hauptmann Musterunghielt! So haben wir's gehalten, mein Mädchen, gearbeitet,um Brod zu gewinnen, und gejochten, es zu vertheidigcn, undich mag keinen Schwiegersohn, der sich cinbildet mehr zu sein,denn ich; und was jene Herren und Ritter betrifft, so hoffeich, Du werdest Dich stets erinnern, daß Du zu niedrig bist,um ihreGemahlin, und zu-och, um ihre Buhldirne zu sein. Und