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künstlich aufgetragen, so würde er, glaub' ich, den Schauplatz indas Schlafgcmach der Königin verlegt und die Blutflecken aueiner Stelle angebracht haben, wo sie einem Jeden deutlichins Auge fallen mußten, statt sie hinter einer Bretterwand zuverstecken. Das Vorhandensein dieser Wand ist übrigens auchsehr schwer zu erklären, wenn man die gemeine Sage ver-wirft. Kurz, die Oertlichkeiten stimmen so sehr mit den That-sachen der Geschichte zusammen, daß ich glaube, sie mögen wohlden Umstand mit dem Blute auf dem Fußboden bestätigen."
»Ich gesteh' Ihnen," erwiederte MrS. Baliol, »daß ichsehr geneigt bin, mich zu Ihrem Glauben zu bekehren. Wirsprechen von gemeiner Leichtgläubigkeit, ohne immer daran zudenken, daß es auch einen gemeinen Unglauben gibt, der esleichter findet, Thatsachen der Geschichte, wie der Religion zubezweifeln, als sie zu untersuchen, und der die Schuld trägt,daß man darin eine Ehre sucht, ein starker Geist zu sein, so-bald ein Gegenstand die beschränkte Einsicht des Zweiflersetwas übersteigt. Da wir nun über diesen Punkt mit einanderim Reinen sind, und Sie, wie ich sehe, das »Sesam thu' Dichauf" besitzen, das uns diese geheimen Zimmer aufschließenkann, — welchen Gebrauch, wenn ich fragen darf, gedenkenSie dann von Ihrem Rechte zu machen? — Beabsichtigen Sie,diese Nacht im Schlafzimmer der Königin zuzubringen?"
„Zu welchem Zweck, verehrte Freundin? — geschäh' es,um den Schnupfen zu befördern, so dürfte dieser Ostwind dieAbsicht begünstigen."
„Den Schnupfen befördern — behüte Gott! das wäreschlimmer, als das Veilchen noch zu färben. Nein, wenn ichIhnen empfahl, eine Nacht auf dem Lager der Rose von Schott-land zuzubringen, so gedacht' ich Ihnen blos ein Mittel an-zudeuten, um Ihre Einbildungskraft anzufeuern. Wer weiß,