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Trost! — Wer sollte nicht um Dich weinen? Thränen, diezwanzig Jahre diesen Augen fremd waren, feuchten sie jetztan. Doch es muß sein — nichts kann Dein Lebe» retten. —Du und ich, wir sind beide blinde Werkzeuge eines unwider-stehlichen Schicksals, welches »ns treibt, wie der Sturm zweiSchiffe, die dann an einander stoßen und zu Grunde gehen.Vergib mir also, und laß uns wenigstens als Freunde schei-den. — Umsonst habe ich Deine Entschlossenheit bestürmt, unddie meinige ist fest wie die Tafeln des Schicksals!"
„So," sagte Rebecca, „wälzen die Menschen die Folgenihrer eigenen wilden Leidenschaften ans das Schicksal; doch ichverzeihe Dir, Bois-Gnilbert, bist Du gleich die Ursache meinesfrühen Todes- Dein starkes Gemüth hat für etwas HöheresSinn, aber es gleicht dem Garten des Trägen, wo das Un-kraut überhand nimmt und die edleren Gewächse erstickt."
„Ja, Rebecca," sagte der Templer, „ich bin, wie Du ge-sagt hast, »»gezähmt, roh und stolz; so habe ich unter demHansen eitler Thoren und bigotten Schwärmer jene hervorragendeKraft erhalten, die mich so weit über sie stellt. Ich bin einKind der Schlacht gewesen von meiner Jugend an, hochstrebendin meinen Plänen, und fest und unerschütterlich bei Verfol-gung derselben. So muß ich auch bleiben, stolz, unbeugsamund unwandelbar; die Welt soll Beweise davon haben. AberDu vergibst mir, Rebecca?"
„Wie je ein Schlachtopfer seinem Henker vergab?"
„So lebe denn wohl." — Mit diesen Worten verließ derTempler das Gemach. Der Präceptor Albert Malvoisin war-tete ungeduldig im anstoßenden Zimmer auf ihn.
„Du bist lange geblieben," sagte er. „Wenn nun der Groß-meister oder Conrad, sein Spion gekommen wäre? Ich hättemeine Nachsicht theuer bezahlen müssen. Aber was ist Dir,