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Gotteslästerung machen kann, indem er Gift mit gesunderNahrung vermischt! Ist denn kein Heilkundiger hier, der unssagen kann, woraus diese Salbe eigentlich besteht?"
Zwei Aerzte, wie sic sich selbst nannten, der Eine ein Mönch,der 'Andere ein Barbier, erschienen und bekannten, daß sievon den Ingredienzien keins kennten, allein daß die Mischungnach Myrrhen und Kampfer röche, welches sie für morgenlän-dische Kräuter hielten. Allein mit dem ächten Gewerbshaffegegen einen glücklichen Praclikanten ihrer Kunst, gaben sie zuverstehen, daß, da die Arzenei ihre eigene Kcnntniß übersteige,sie nothwendig aus unrechtmäßigen und magischen Mittelnbestehen müsse, denn sie verständen, obgleich sie keine Zaube-rer seien, jeden Zweig ihrer Kunst insoweit, als er mit gutemGewissen von einem Christen ausgeübt werden dürfe. Als diemedizinische Untersuchung beendet war, begehrte der Sachsedemüthigst seine Arzenei zurück; doch der Großmeister machtezu diesem Gesuche ein sehr finsteres Gesicht.
„Wie heißt Du, Kerl?" fragte er den Krüppel.
„Higg, der Sohn Snell's," antwortete der Mann.
„Nun, Sohn Snell's," sagte der Großmeister, „so wisse,daß es besser ist, bettlägerig zu sein, als Wohlthaten anzunehmenvon Ungläubigen, vermöge einer Arznei, nach der Du ausstehenund gehen kannst; besser, die Ungläubigen mit Gewalt ihrerSchätzezu berauben, als von ihnen Wohlthaten zu empfangen, oderihnen um Lohn zu dienen. Geh, und thue wie ich gesagt habe."
„Mit Eurer Ehrwürden Erlaubniß," sagte der Mann, „dieLection kommt für mich zu spät, da ich ein Krüppel bin; dochich will es meinen beiden Brüdern sagen, welche bei dem rei-chen Rabbi Nathan Ben Samuel dienen, daß Eure großmei-sterliche Gnaden gesagt haben, es sei dem Gesetz gemäßer,ihn zu berauben, als ihm treu zu dienen."