Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88

richten, Alles, was das Wohl unseres heiligen Ordens betrifft.Der heilige Bernhard sagt im bgsten Kapitel unserer ritterlichenund religiösen Ordensregel, daß er nicht will, daß Brüder zumRath sollen zufammenberufen werden, außer nach dem Willenund Befehl des Meisters. Wenn aber der Wolf einen Einfall inseine Heerde gcthan, und ein Mitglied derselben entführt hat, soist es um so mehr die Pflicht des Schäfers, feine Kameraden zu-sammenzurufen, damit sie mit Pfeilen und Schleudern den Räu-ber tödten, nach unserer wohlbekannten Regel, daß der Löwebeständig muß bekämpft werden. Wir haben demnach ein jüdi-sches Weib vor uns fordern lassen, mit Namen Rebecca, dieTochter des Jsaac von Ijork ein Weib, berüchtigt wegen Zau-bereien und teuflischer Heilkünste, wodurch sie das Blut in Auf-ruhr gebracht und das Gehirn verwirrt hat, nicht eines Bauern,sondern eines Ritters nicht eines weltlichen Ritters, sonderneines dem Dienste des Tempels geweihten, nicht eines einfachenMitgliedes des Ordens, sondern eines Präeeptors desselben, ei-nes der Ersten an Ehre und Rang, erhitzt und bethört hat. UnserBruder Brian de Bois-Guilbert ist uns selbst und allen, welcheuns jetzt hören, als ein treuer und eifriger Streiter des Kreuzesbekannt, durch dessen Arm manche tapfere Thaten im heiligenLande vollbracht, und die -eiligen Orte von der Verunreinigungdurch das Blut der Ungläubigen gesäubert worden sind Auchist unseres Bruders Klugheit und Scharssicht seinen Brüdern nichtweniger bekannt, als seine Tapferkeit und Disciplin. Wenn unSaber gemeldet wurde, daß ein so geehrter und ehrwürdigerMann seines Charakters und seines Gelübdes so plötzlich verges-sen, daß er sich mit einem Judenmädchen verband, und in dieserschlechten Gesellschaft einsame Orte durchwanderte, ihre Personmit Gefahr seiner eigenen vertheidigie, und durch seine Bethö-rung so weit verblendet und verführt wurde, daß er das Mäd-