ihn mit der andern leicht berührte, und rief: „Das ist ein schö-ner Stoff zu einem Schreiben eines Christen an den andern,und Beide sind Mitglieder, und zwar nicht unansehnliche Mit-glieder, geistlicher Brüderschaften. Wann," setzte er feierlichhinzu, indem er zum Himmel aufblickte, „wann wirst Du kom-men, mit Deiner Schwinge die Tenne zu reinigen?"
Mont Fichet nahm den Brief aus den Händen seines Obernund war im Begriff ihn zu lesen. „LieS ihn laut, Conrad,"sagte der Großmeister, „und Du, Jude, gib genau Achtung,denn wir werden Dich darüber befragen."
Conrad las nun den Brief, welcher folgendermaßen lautete:
„Aymer, durch Gottes Gnade Prior des Cisterzienserklostersder heiligen Maria von Jorvaulx wünscht Sir Brian de BoiS-Guilbert, Ritter des heiligen Tempelordens , Gesundheit nebstden Gaben des König Bacchus und der Mylady Venus inFülle! Unsere gegenwärtige Lage betreffend, theurer Bruder,so sind wir als Gefangener in den Händen einiger gesetz- undgottlosen Menschen, welche sich nicht entblödet haben, sich un-serer Person zu bemächtigen und Lösung dafür zu fordern,wobei wir auch Front-de-Bocuf's Unglück erfahren haben, unddaß Du mit der schönen jüdischen Zauberin, deren schwarzeAugen Dich in Fesseln gelegt haben, entkommen bist. Wirfreuen uns zwar herzlich über Deine Rettung, dessen ungeach-tet aber bitten wir Dich auf Deiner Hut zu sein in Ansehungdieser zweiten Here von Endor; denn wir haben privatim er-fahren, daß Euer Großmeister, der sich nicht viel um rothe Wan-gen und schwarze Augen kümmert, von der Normandie herüber-kommcn wird, Eurer Lust ein Ziel zu setzen, und EureMisse-thaten zu züchtigen. Daher bitten wir Dich herzlich, auf derHut zu sein, wie die heilige Schrift sagt: Invenieutur vigi-lsntes. Da mich nun der reiche Jude, ihr Vater, ersucht hat,