7N
paar Tagen, wo der Thor in einem gestickten Wamse erschien,so bunt und stolz wie ein Papagei? Sprich, Damian, wir er-lauben cs Dir — was hast Du vorzubringen?"
„Ein Jude steht vor dem Thor, edler und ehrwürdigerVater," sagte der Knappe, „der mit dem Bruder Brian deDois-Guilbert zu reden wünscht "
„Du hast Recht gethan, mir Kenntniß davon zu geben,"sagte der Großmeister; „in unserer Abwesenheit ist ein Prä-ceptor nur ein gewöhnliches Mitglied unseres Ordens, das nichtnach eigenem Belieben gehen kann, wohin es will, sondern nachdem des Meisters." — Und zu seinem Gefährten sich wendend,setzte er hinzu: „Es liegt mir viel daran, das Benehmen die-ses Bois-Guilbert kennen zu lernen."
„Der Ruf nennt ihn brav und tapfer," sagte Conrad.
„Und nennt ihn mit Recht so," sagte der Großmeister; „in unse-rer Tapferkeit allein sind wir von unfern Vorfahren, den Hel-den des Kreuzes, nicht ausgeartet. Allein Bruder Brian kamin den Orden als ein unzufriedener, eigenwilliger Mensch,aufgereizt, wie ich glaube, unsere Gelübde anzunehmen undder Welt zu entsagen, nicht in Aufrichtigkeit des Herzens,sondern als Einer, den ein leichtes Mißvergnügen zur Reuegetrieben hat. Seitdem ist er ein thätiger Aufrührer, Un-ruhestifter und Anführer derer geworden, die unser Ansehenbestreiten und anfechten, nicht bedenkend, daß die Regierungdem Meister verliehen ist durch das Symbol des Stabes undder Ruthe, des Stabes, um den Schwachen zu stützen, derRuthe, um die Fehler der Irrenden zu strafen. — Damian,"fuhr er fort, „führe den Juden vor uns."
Der Knappe entfernte sich mit tiefer Ehrfurcht und kehrte nacheinigen Minuten mit dem Juden von Zfork zurück. Kein nackterSclav, wenn er vor einen mächtigen Fürsten geführt wird, kann