20
Jetzt nicht mehr Sclav, sondern ein freier Mann undLandbesitzer, erhob sich Gurlh und sprang zweimal in dieHöhe, fast so hoch wie er selbst war.
„Ein Schmied und eine Feile," rief er, „das Band weg-zuihun von dem Halse eines freien Mannes! Edler Herr, ver-doppelt ist meine Kraft durch Euer Geschenk, und doppelt willich für Euch kämpfen! Ein freier Geist lebt in meiner Brust, undich bin nicht mebr derselbe für mich und Andere. — Ha, Packan,"fuhr er zu seinem Hunde fort, der, als er seinen Herrn so außersich vor Freuden sah, an ihm hinaufsprang und ihm seine Theil-nahme bezeigte — „kennst Du denn Deinen Herrn noch?"
„Packan und ich werden Dich immer kennen," sagte Wam-ba, „obgleich wir Beide noch das Halsband tragen müssen,Du aber wirst wahrscheinlich uns und Dich selbst vergessen."
„Eher mich selbst, als Dich, treuer Kamerad," entgegneteGurth, „und könntest Du die Freiheit gebrauchen, so würdeDein Herr sie Dir gewiß auch schenken,"
„O denke nicht, daß ich Dich beneide, Bruder Gurth,"sagte Wamba; „der Leibeigene sitzt beim Feuer, wenn derFreie ins Feld muß. Und was sagt Oldhelm von Malmsbury— besser ein Narr beim Feste, als ein weiser Mann im Kampfe,"Jetzt hörte man den Hufschlag der Rosse, und Lady Rowcnaerschien, von einigen Reitern und einer noch stärker» Abtheilungvon Fußvolk umgeben, welche ihre Waffen freudig zusammen-schlugen. Sie selber saß reich geschmückt auf einem nußbraunenZelter, und nur ein leichter Uebcrrest von Bläffe zeugte nochvon dem, was sie erlitten hatte. Ein Strahl auflebender Hoff-nung, so wie das Gefühl des Dankes für die unerwartete Be-freiung beseelte auf die angenehmste Weise ihre Züge. Siewußte, daß Jvanhoe gerettet, und daß Alhelstane todt sei. DaüErstere erfüllte sie mit der reinsten Wonne, und wenn sie sich