Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176

laß mich ruhig sterben, wenn Du ein Sterblicher bist! Undbist Du ein Teufel, so ist Deine Stunde noch nicht da."

Ruhig sollst Du nicht sterben," versetzte die Stimme,im Tode noch sollst Du das Gewimmer hören, womit DeineGrausamkeit diese Hallen erfüllte, sollst das Blut sehen, dasDu auf diesem Boden vergossen hast."

Deine Bosheit soll mich nicht erschüttern," antworteteFront-de-Bocuf mit gräßlichem, erzwungenem Lachen.Wieich mit dem ungläubigen Juden verfuhr, das war ein Ver-dienst im Himmel; sonst wurden Menschen heilig gesprochen,die ihre Hände in das Blut der Heiden tauchten. Diesächsischen Schweine, die ich erschlug, waren die Feinde mei-nes Vaterlandes, meines Lehnsherrn. Ha, ha! siehst Du,cs ist keine Spalte in meinem Harnisch! Bist Du fort,oder bist Du zum Schweigen gebracht?"

Nein, nein, schändlicher Vatermörder!" versetzte dieStimme:denke an das Bankett, wo sein Blut von derHand seines eigenen Sohnes vergossen wurde!"

Ha!" antwortete der Baron nach einer langen Pause,wenn Du das weißt, so bist Du in der That der Urheber desBösen, und allwissend, wie die Priester von Dir sagen! Nurin einer Brust, außer der meinen, ruht noch dieses Geheim-niß in der der Theilnehmerin meiner Schuld. Geh zuder sächsischen Here Ulrica, die kann Dir sagen, was nur sieweiß und ich. Ge- zu ihr, die die Wunden des Erschlage-nen wusch, und dem Tobten das Ansehen gab, als sei er aufnatürtiche Art gestorben Sie reizte mich zur That; laß siedas Vorgefüdl der Höllenqualen empfinden, das mich martert!"

Sie empfindet sie schon," sagte Ulrica, indem sie jetzt vorFront-de-Boeus's Lager trat, sie hat diesen Kelch längst getrun-ken, und seine Bitterkeit wird nur dadurch versüßt, daß sie Dich