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sem quälenden Gemälde der Schuld, des Unglücks und derVerzweiflung abwendend, „ich bin kein Priester, ob ich gleichdas Gewand eines Priesters trage."
„Priester oder Laie," entgegnete Ulrica, „Du bist der Erste,den ich seit zwanzig Jahren sehe, der Gott fürchtet und Men-schen achtet, und Du übergibst mich der Verzweiflung?"
„Nein, der Reue," sagte Cedric, „büße und bete, und mö-gest Du Erhörung finden! Aber ich kann, ich will nicht längerbei Dir verweilen."
„Bleib noch einen Augenblick," versetzte Ulrica, „verlaßmich jetzt nicht, Sohn des Freundes meines Vaters, damitder Dämon, der mein Leben beherrscht hat, mich nicht ver-suche, Rache an Dir selbst zu nehmen, wegen Deiner harther-zigen Verachtung. Glaubst Du denn, daß, wenn Front-de-Boeuf Cedric den Sachsen in solcher Verkleidung in seinemSchlosse fände, Dein Leben noch lange dauern würde? Schonist sein Auge auf Dich gerichtet, wie das eines Falken aufseine Beute."
„Mag cs sein," sagte Cedric, „aber er soll mich eher mitdem Fänger zerreißen, als meine Zunge ein Wort spricht, dasmein Herz nicht verbürgt. Als ein Sachse will ich sterben,redlich in Worten und offen in Thaten! — Berühre mich nicht,halte mich nicht auf! Front-de-Boeus's Anblick selbst würdemir nicht so verhaßt sein, als Du mir bist, so entwürdigtausgeartet."
„Nun," sagte Ulrica, „so geh denn Deines Weges, undvergiß im Uebermuthe Deines Stolzes, daß die Unglücklichevor Dir die Tochter des Freundes Deines Vaters ist. —Geh' Deines Weges! Bin ich auch durch meine Leiden vonder Menschheit getrennt, getrennt von denen, auf deren Hülfeich mit Recht hoffen durfte, so werde ich darum doch nicht