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14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
121
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vorgewagt hatte, eilte sie, den widerstrebenden Cedric in einkleines Zimmer zu führen, dessen Thür sie sorgfältig verschloß.Dann nahm sie von einem Credenztische einen Weinbecherund zwei Flaschen, stellte sie auf den Tisch und sagte in ei-nem mehr versichernden als fragenden Tone:Du bist einSachse, Vater, läugne es nur nicht. Und als sie bemerkte,daß Cedric nichts erwicderte, fuhr sie fort:Die Töne mei-ner Muttersprache sind meinen Ohren sehr süß, ob ich siegleich selten höre, außer von den elenden und entwürdigtenSklaven, denen der stolze Normann die niedrigste Arbeit indiesem Schlosse überlassen hat. Du bist ein Sachse, Vater,ein Sachse, und außerdem, daß Du ein Diener Gottes, einfreier Mann bist, klingen schon Deine Worte meinem Ohrehöchst angenehm."

Besuchen denn nicht sächsische Priester dieses Schloß?"versetzte Cedric;es wäre doch, dünkt mich, ihre Schuldig-keit, die verstoßenen und unterdrückten Kinder des Landes zutrösten."

Sie kommen nicht," cntgegnete Urfried,und wenn siekommen, so schwelgen sie lieber an den Tafeln ihrer Erobe-rer, als daß sie die Seufzer ihrer Mitbrüver hören sollten,wenigstens hat man mir's so gesagt, denn ' selbst weiß we-nig davon. Seit zehn Jahren ist dieses Schloß keinem Prie-ster geöffnet worden, außer dem schwelgerischen normännischenKaplan, der sich bei den nächtlichen Banketten Front-de-Boeuf'seinfand und längst abgetreten ist, um von seinem Amte Re-chenschaft zu geben. Aber Du bist ein Sachse, ein sächsischerPriester, und ich muß Dir eine Frage vorlegen."

Ich bin ein Sachse," verletzte Cedric,allein unwürdigdes Namens eines Priesters. Laß mich meines Weges gehen;