er denn Front-de-Boeufü Nebenbuhler sein? oder was hat erweiter zu fürchten, als eine kurze Gefangenschaft und ehren-volle Auslösung nach der Sitte der Ritterschaft?"
„Rowena," sagte de Bracy, „theilst Du denn auch den ge-meinsamen Jrrthum Deines Geschlechts, als ob keine Neben-buhlerschaft stattfinden könne, als blos wegen seiner Reize.Weißt Du nicht, daß es eine Eifersucht der Ehre und des Reich-thums gibt, so gut wie der Liebe; und daß unser Wirth, Front-deBocuf, den, der sich seinen Ansprüchen auf die schöne Baronievon Jvanhoe widersetzen wollte, schnell und unbedenklich ausdem Wege räumen wird, eben so gut, als wenn ich ein blau-äugiges Mädchen vorzöge? Nimmst Du aber meinen Vorschlagan, so soll der verwundete Kämpfer von Front-de-Boeuf nichtdas Geringste zu fürchten haben, ob er gleich ein Mann ist,der sich nie mitleidig bewiesen hat."
„Rette ihn um des Himmels willen!" sagte Rowena, in-dem ihre Festigkeit bei dem schrecklichen Gedanken an dasihrem Geliebten bevorstehende Schicksal zu unterliegen schien.
„Ich kann und will es," versetzte de Bracy, „denn wennRowena de Bracy's Braut werden will, wer dürfte es wagen,Gewaltthätigkeit gegen ihren Verwandten, den Sohn ihresBeschützers, den Gespielen ihrer Jugend auszuüben? Dochmit Deiner Liebe mußt Du seinen Schutz erkaufen. Ich binkein so romantischer Thor, das Glück eines Menschen zu be-fördern, oder dessen Untergang zu verhindern, der wahrschein-lich als ein wirksames Hinderniß zwischen mir und der Er-füllung meiner Wünsche steht. Brauche Deinen Einfluß beimir zu seinem Besten, und er ist gerettet, — weigerst DuDich, so stirbt Wilfred, und Du bist Deiner Freiheit selbstum nichts näher."
„Deine Rede," versetzte Rowena, „hat in ihrer gefühllosen