59
erblickt, welche im Morgcnlichte durch die Dunkelheit desWaldes schimmerten, als er auch eine ziemlich wahre Ahnungvon der Ursache seines Mißgeschicks zu fassen begann.
„Ich that den Räubern und Geächteten dieses Waldes Un-recht," sagte er, „wenn ich glaubte, solche Banditen gehörten zuihren Banden; ich hätte eben so gut die Füchse in diesen Löchernmit den hungrigen Wölfen Frankreichs vergleichen können.Sagt mir, Ihr Hunde, ist es mein Leben oder mein Vermögen,worauf Euer Herr zielt? Jst's schon zu viel, daß zwei Sach-sen, ich und der edle Athelstane, in einer Gegend Grundeigen-thum besitzen, welches nicht ganz unserem Geschlechte zugehörte?Schleppt uns zum Tode, und nehmt uns das Leben, wie Ihres schon mit unfern Freiheiten gemacht habt, damit Eure Ty-rannei vollständig werde. Wenn der Sachse Cedric Englandnicht befreien kann, so stirbt er gern für dasselbe. Sagt Euremtyrannischen Herrn, ich lasse ihn blos bitten, Lady Rowenaunverletzt und in Ehren zu entlassen. Sie ist ein Weib, vonihr hat er nichts zu fürchten, und mit uns werden auch Alledie sterben, welche es wagen, für ihre Sache zu fechten."
Die Begleiter blieben stumm wie zuvor, und jetzt stand man amSchloßthore. De Bracy stieß dreimal in's Horn,und die Bogen- undArmbrustschützen, welche auf dem Walle erschienen waren, umihre Ankunft zu beobachten, ließen nun die Zugbrücke herun-ter und sie eintreten. Die Gefangenen wurden von der Wachegenöthigt, abzusteigen, und in ein Gemach geführt, wo ein ei-liges Mahl ihnen angeboten ward, welches jedoch keiner außerAthelstane anrühren mochte. Allein der Sprößling von Eduarddem Bekenner hatte nicht eben viel Zeit der guten Mahlzeitvor ihm ihr Recht widerfahren zu lassen, denn die Wache gabihm und Cedric zu verstehen, daß sie in einem Zimmer vonRowena getrennt aufbehalten werden sollten. Widerstand war