Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
185
Einzelbild herunterladen
 

185

wir brauchen ja nur unsere Jagdspieße, um diese Eber zuPaaren zu treiben."

Still mit Eurem Spotte, Ihr Ritter," sagte Fiynrsezdaun setzte er zum Prinzen gewendet hinzu,es wäre wohlgut, wenn Eure Hoheit dem braven Cedric versichern wollte,daß er durch die Späße nicht habe beleidigt werden sollen, welchefreilich in demOhre einesFremden nicht eben sanft klingen mögen."

Beleidigt," versetzte Prinz Johann,seine höfliche Mienewieder annehmend,ich glaube nicht, man werde denken, ichkönne zugeben, daß irgend Jemand in meinem Beisein belei-digt werde. Hier! ich fülle meinen Becher selbst ans CedricsWohlsein, da er sich weigert seines Sohnes Gesundheit zu trinken."

Der Becher ging nun unter den wohlverstellten Beifallsbe-zeugungen der Hofleute herum, indeß machte dies doch nicht denbeabsichtigten Eindruck auf das Gemüth des Sachsen, den mandavon erwartet hatte. Er war zwar von Natur nicht geradescharfsichtig; allein diejenigen, welche meinten, dieses schmeichel-hafte Compliment sollte die früher erfahrene Kränkung verlö-schen, schätzten doch seinen Verstand zu gering. Er schwieg;als indeß der königliche Becher wieder herum kam, sagte er:Auf das Wohl Sir Athelstane's von Coningsbnrgh."

Der Ritter that Bescheid, und bewies sein Ehrgefühl da-durch, daß er einen großen Becher ans einmal leerte.

Und nun, Ihr Herren," sagte Prinz Johann, den nunder genossene Wein etwas zu erhitzen begann,da wir un-fern sächsischen Gästen genug gethan haben, so bitten wir sieauch um eine Erwiederung unserer Artigkeit. WürdigerThan," fuhr er zu Cedric gewendet fort,dürfen wir EuchLitten, uns einen Normann zu nennen, dessen Name am we-nigsten Euren Mund verunreinigen mag, und mit einem Be-cher Wein alle Bitterkeit hinunterzuwaschen, welche der Klangnoch auf den Lippen zurückgelassen haben könnte?"