Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

- i

Fihurse stand auf während der Prinz sprach, schlich sich hinterden Sitz des Sachsen und flüsterte ihm zu, er möge diese Gelegen-heit nicht entschlüpfen lassen, der Spannung ein Ende zu machen,die zwischen den beiden Stämmen herrsche, und den Prinzen Jo-hann nennen. Der Sachse antwortete nichts auf diese politischeEinflüsterung, sondern stand auf, füllte seinen Becher bis zumRande, dann wandte er sich an den Prinzen Johann mit diesenWorten:Eure Hoheit hat verlangt, ich solle einen Normann nen-nender bei diesem Bankett besonders erwähnt zu werden verdiene.Das ist wohl eine harte Aufgabe, da es den Sclaven anffordert,das Lob seines Herrn zu verkünden verlangt von dem Besiegten,während ihn alle Lasten eines solchen drücken, den Ruhm des Er-oberers zu erheben. Jndeß will ich doch einen Normann nennen-den Ersten anRang und in denWaffendenBestenundEdclstenseines Geschlechts. Und die Lippen, die nicht mit mir auf seinenwohlerworbenen Ruhm trinken wollen, nenne ich falsch und ent-ehrt, und das werde ich mit meinem Leben behaupten. Ich leerediesen Becher auf das Wohl Richards des Löwenherzigen!"

Prinz Johann, der nichts gewisser erwartet batte, als seineneigenen Namen am Ende der Rede des Sachsen zu vernehmen, er-schrak nicht wenig, als er den seines gekränkten Bruders so plötzlichvernehmen mußte- Er erhob unwillkürlich das Glas zu seinen Lip-pen, setzte es aber sogleich wieder hin, um das Benehmen der Ge-sellschaft bei diesem unerwarteten Vorschläge zu beobachten,die eseben so ungerathen fand, einzustimmen, als sich dessen zu weigern.Einige, die ältesten und erfahrensten Hofleute, hielten sich genau andas Beispiel des Prinzen selbst, erhoben den Becher zum Munde,und setzten ihn dann wieder vor sich hin. Einige von ihnen riefenjedoch, von edleren Gefühlen geleitet:Lange lebe König Richard!und möge er uns bald zurückgegeben werden!" Wenige, und unterihnen Front-de-Boeuf und der Templer, ließen in düsterem Un-muthe die Becher vor sich stehen, ohne sie nur anzurühren. Nie-