156
Spitzen derselben glänzten in der Sonne, während die daranbefindlichen Fähnchen über den Helmbüschcn wehten. So blie-ben sie, während die Marschälle des Feldes ihre Reihen durch-ritten und sie gewandt prüften, damit eine Partei nicht mehroder weniger enthalte, als die festgesetzte Zahl. Man fandAlles in der Ordnung. Die Marschälle zogen sich nun ausden Schranken zurück, und William de Wyvil rief mit Donner-stimme die Worte des Signals aus: „Imisser oller!" Sogleichertönten die Trompeten, die Lanzen der Kämpfer senkten sich,die Sporen wurden de» Rossen in die Seiten gedrückt; dieersten Reihen stürmten in vollem Galopp auf einander losund trafen in der Mitte der Schranken mit einem Stoße zu-sammen, den man vielleicht in der Entfernung einer Meilehören konnte.
Die Folgen dieses Zusammentreffens ließen sich nicht so-gleich übersehen, denn der Staub, der sich erhob, verdunkelteweit umher den Gesichtskreis, und es währte wohl eine Minute,ehe die ängstlich harrenden Zuschauer den Erfolg des furchtbarenStoßes erkennen konnten. Als dies aber möglich war, fand mandie Hälfte der Ritter auf jeder Seite abgeworfen, theils durchdie Lanzen der Gegner, theils durch das größere Gewicht, unterdem Mann und Roß erlege» waren. Manche lagen noch amBoden, als wollten sic nie wieder aufstehcn, Andere standen schonwieder aufrecht da, und zwar dicht neben denen, die auf derandern Seite dasselbe Schicksal gehabt hatten; nur zwei oderdrei suchten sich mit ihren Schärpen die Wunden zu verbinden,die sic erhalten hatten, und sich zugleich dem Gefechte zu entziehen.Die noch berittenen Kämpfer, deren Lanzen fast alle bei dem ge-waltigen Zusammentreffen zersplittert waren, hatten schon dieSchwerter gezogen und ließen das Kricgsgcschrei ertönen, gleichals ob Ehre und Leben von dem Ausgange dieses Kampfes abhinge.