127
Ashby zu beehren, so werden wir die Herrscherin kennen ler-nen, der wir morgen unsere Dienste weihen sollen."
Rowena schwieg, und Cedric antwortete an ihrer Statt in sei-ner sächsischen Muttersprache. „Die Lady Rowena," sagte er,„versteht die Sprache nicht, in der sie auf Eure Artigkeit ant-worten sollte, auch weiß sie ihre Rolle bei Eurem Feste nichtzu spielen. Ich und der edle Athelstane von Coningsburghsprechen auch nur die Sprache unserer Väter, so wie wir auchnur ihre Sitten kennen. Wir müssen daher mit Dank Eurehöfliche Einladung zu dem Bankette ablehnen. Morgen aberwird Lady Rowena die Stelle übernehmen, wozu sie durch diefreie Wahl des siegenden Ritters, die der Zuruf des Volksbestätigt hat, berufen ist."
Mit diesen Worten hob er die Krone auf, und setzte sieRowenen zum Zeichen der Annahme der ihr erthcilten zeitli-chen Würde auf das Haupt.
„Was sagt er?" fragte Prinz Johann, sich stellend, alsverstehe er die angelsächsifche Sprache nicht, in der er dochrecht wohl erfahren war. Man übersetzte ihm daher Cedric'sRede ins Französische. „Gut," sagte er; „so wollen wir mor-gen selbst diese stumme Herrscherin zum Sitz ihrer Würde füh-ren! — Ihr aber, Herr Ritter," setzte er zu dem Ritter ge-wendet hinzu, der noch immer dicht bei der Galleric gebliebenwar, „Ihr werdet wenigstens heute unser Gastmahl theilen?"
Der Ritter sprach jetzt zum erstenmale in leisem und flüch-tigen Tone, und entschuldigte sich, indem er Ermüdung und^dienöthigen Vorbereitungen zu dem morgenden Kampfe vor-schützte.
„Es ist gut," sagte Prinz Johann mit Stolz, „wenn auch an ab-schlägige Antworten nicht gewöhnt, wollen wir versuchen unserMahl zu verdauen so gut cs gehen will, obgleich nicht beehrt