Druckschrift 
14 (1851) Ivanhoe
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114

n vollem Fluge, der einen Schädel in den Klauen trug, mit der

Unterschrift: Kare le Lorlieiw.

Als die beiden Kämpfer an den äußersten Enden derSchranken einander gcgenübcrstanden, war die allgemeineErwartung auf's Höchste gespannt. Wenige dachten an dieMöglichkeit, daß der Kampf für den enterbten Ritter glücklichenden könne, doch sein Muth und seine Tapferkeit unterstütz-ten die allgemeinen guten Wünsche der Zuschauer.

Die Trompeten hatten nicht so bald das Signal gegeben,als die Kämpfer auch mit Blitzesschnelle von ihren Postenverschwanden und in der Mitte des Kampfplatzes mit Donncr-gcwalt zusammcnstießcn- Die Lanzen zersplitterten bis an denHandgriff, und im ersten Augenblick schien cs, als wären beide^ Ritter gestürzt, denn beide Rosse wichen zurück und setzten sich

auf die Hacken. Die Reiter brachten ihre Rosse durch Anwen-dung des Zügels und der Sporen sogleich wieder znm Stehen,und nachdem sie einander mit Augen angesehen hatten, dieFeuer durch die Oeffnnngen ihrer Visire zu sprühen schienen,machten Beide eine halbe Volte, zogen sich an das Ende derSchranken zurück, und empfingen eine neue Lanze von denDienern.

Ein lauter Zuruf von den Zuschauer», sowie das Wehender Schärpen und Taschentücher bewies den allgemeinen An-thcil, den man an diesem Kampfe nahm; es war der gleichsteund am besten ausgeführte, der an diesem Tage vorgekommenj war. Aber sobald die Ritter wieder ihre Stellung cingenom-

n! men hatten, entstand eine so tiefe Stille, als ob die Menge

^ zu athmen fürchtete.

! Nachdem man den Kämpfern und ihren Rossen, eine Pause

von wenigen Minuten gestattet hatte, um Athem zu schöpfen,gab Prinz Johann den Trompetern mit seinem Commando-