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Rebecca hätte in der That mit den stolzesten SchönheitenEnglands verglichen werden können, auch wenn sie von einemnoch strengeren Richter, als dem Prinzen Johann, wäre be-urtheilt worden. Ihre Gestalt war sehr symmetrisch und zeigtesich sehr vortheilhaft in einer Art orientalischer Kleidung, diesie nach der Sitte der Frauen ihrer Nation trug. Ihr Turbanvon gelber Seide stand sehr gut zu ihrer dunklen Gesichtsfarbe.Der Glanz ihrer Augen, der schone Bogen ihrer Brauen, ihrewohlgebildete Adlernase, ihre Zähne, so weiß wie Perlen, ihreüppigen schwarzen Locken, die spiralförmig ans ihren lieblichenHals und Busen niederfielen — Alles dieses bildete ein so lie-benswürdiges Ganzes, welches der größten Schönheit der sieumgebenden Mädchen nichts nachgab. Freilich waren von dengoldenen mit Perlen besetzten Haken, die ihr Kleid vom Halsean bis zur Taille zusammenhielten, die drei obersten wegender Hitze offen geblieben, wodurch die Aussicht auf ihren schönenBusen etwas erweitert wurde. Ein diamantenes Halsband vonunschätzbarem Werthc wurde auf diese Weise auch sichtbar. EineStraußfeder, mit einer mit Brillanten besetzten Agraffe anihrem Turban befestigt, war noch eine Auszeichnung der schö-nen Jüdin, worüber die stolzen Damen, welche über ihr saßen,höhnten und spotteten, sie aber insgeheim deßhalb beneideten.
„Bei dem kahlen Schädel Abrahams," sagte Prinz Johann,„jene Jüdin mnß das Modell jener Vollkommenheit sein, derenReize den weisesten König, der je lebte, rasend machten! Wassagst Du, Prior Aymer? — Bei dem Tempel jenes weisenKönigs, den unser weiser Bruder Richard nicht wieder zu er-obern vermochte, stetst die Braut des Hohenliedes!"
„Die Rose von Saron und die Lilie des Thalcs," — ant-wortete der Prior in schmunzelndem Tone; „aber Eure Hoheitmuß bedenken, daß sie immer nur eine Jüdin ist."