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zugebracht hatte. Die Kleidungsstücke, welche der Jude amvergangenen Abend von sich gethan, hatte er sorgfältig umseinen Körper hergelegt, als wollte er verhindern, daß mansic ihm während des Schlafes stehle. Auf seinem Gesichtezeigte sich eine Unruhe, die bis zum Krampfe stieg; Arme undHände regten sich gewaltsam, gleich als kämpfe er gegen denAlp, und außer einigen hebräischen Ausrufungen konnte manFolgendes in der vermischten Landessprache sehr deutlich ver-nehmen: „Um des Gottes Abrahams willen, verschont einenarmen unglücklichen alten Mann! Ich habe keinen Pfennig,und wenn Ihr mir mit Eurem Eisen alle Glieder verrenkt,ich kann Euch doch nichts geben!"
Der Pilger wartete nicht das Ende der Vision des Judenab, sondern weckte ihn mit seinem Stabe. Diese Berührung ver-band sich wahrscheinlich, wie es zn geschehen pflegt, mit den Be-fürchtungen, die der Traum erzengt hatte, denn der alte Mannsprang auf, und indem das graue Haar ihm fast gerade cmpor-stand, und er einige Kleidungsstücke um sich hernmschlug, indeßer die abgelegten Stücke mit dem gierigen Griffe eines Falkenfaßte, heftete er seine stieren, schwarzen Augen mit dem Aus-druck wilden Schreckens und tödtlicher Furcht auf den Pilger.
„Ihr habt nichts von mir zu fürchten, Jsaac," sagte die-ser, „ich komme als Euer Freund."
„Der Gott Israels belohne Euch," cntgegncte der Judesehr beruhigt, „ich träumte — aber Vater Abraham sei gelobt,cs war nur ein Traum. — Dann faßte er sich und setzte inseinem gewöhnlichen Tone hinzu: „Was beliebt Euch denn zueiner so frühen Stunde von dem armen Juden zu verlangen?"
„Ich wollte Euch bloß melden," sagte der Pilger, „daß,wenn Ihr nicht augenblicklich dieses Haus verlaßt und mit einigerSchnelligkeit fortzieht, die Reise Euch gefährlich werden kann."