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sin ihre Pracht beneiden. Die Wände des Zimmers waren soschlecht gearbeitet und so voll Spalten, daß die reichen Be-hänge von dem Nachtwinde bewegt wurden, und trotz einer Artvon Schirm, der sie vor dem Winde schützen sollte, bewegtesich die Flamme der Kerzen seitwärts, gleich dem Fähnchen einesHäuptlings. Pracht herrschte hier zwar, mit rohem Geschmackverbunden; aber für die Bequemlichkeit war nicht gesorgt, undda man dieselbe nicht kannte, so vermißte man sie auch nicht.
Die Lady Rowcna saß auf dem bereits erwähnten erhöhtenSitze, drei Dienerinnen standen hinter ihr, um ihr Haar zuordnen, ehe sie sich zur Ruhe legte, und sie sah aus, als sei siegeboren, um allgemeine Huldigung zu fordern. Der Pilger er-kannte ihren Anspruch darauf durch eine tiefe Knicbeugung an.
„Steht auf, Pilger," sagte sie mit Anmuth. „Der Ver-teidiger des Abwesenden hat ein Recht an günstige Aufnahmevon allen, welche Wahrheit ehren und Mannheit schätzen."Dann sagte sie zu ihren Dienerinnen: „Entfernt Euch alle,außer Elgitha; ich habe mit diesem heiligen Pilger zu reden."
Ohne das Zimmer zu verlassen, zogen sich die Mädchenin den äußersten Winkel desselben zurück und fetzten sich aufeine kleine Bank an der Wand nieder, wo sie stumm wieStatue» sitzen blieben, obgleich sic in solcher Entfernung wa-ren, daß ihr Geflüster die Unterredung ihrer Herrin nichthätte unterbrechen können.
„Pilgrim," sagte die Dame nach einer augenblicklichenPause, während welcher sic ungewiß schien, wie sie ihn anre-den solle, „Ihr erwähntet heute Abend einen Namen — ichmeine," sie sprach diese Worte mit einiger Anstrengung, „denNamen Jvanhve, in der Halle, wo er vermöge der Naturund Verwandtschaft am liebsten sollte gehört worden sein;und doch, so seltsam ist der Gang des Schicksals, daß von