Sechstes Kapitel-
Ich biet' ihm Freundschaft, seine Gunst zu kaufen;
Wist er sie nehmen, gut; wenn nicht, ade;
Und thut um meine Liebe mir kein Leid.
Der Kaufmann von Venedig.
Als der Pilger, von einem Diener mit einer Fackel geführt,durch die verwickelten Gemächer dieses großen und unregelmä-ßigen Hauses ging, kam ihm der Mundschenk nach und flüsterteihm in's Ohr, daß, wenn er nichts dagegen hätte, einen Be-cher guten Meth in seinem Zimmer zu trinken, dort viele vonden Dienern der Familie versammelt wären, begierig die Nach-richten zu hören, die er aus dem gelobten Lande bringe, undvorzüglich das, was den Ritter Jvanhoe betreffe. Wambazeigte sich sogleich auch, um ihm dieselbe Bitte vorzutragen,indem er die Bemerkung hinzufügte, ein Becher nach Mitter-nacht sei besser, als drei nach der Abendglocke. Ohne eineMaxime zu bestreiten, die mit so ernster Wichtigkeit vorgetra-gen wurde, dankte ihnen der Pilger für ihre Höflichkeit, setzteaber hinzu, cs gehöre mit zu seinem religiösen Gelübde, nie-mals in der Küche von Gegenständen zu reden, die in der Hasteverboten wären. „Dieses Gelübde," sagte Wamba zu demMundschenk, „würde einem Diener schwer zu halten sein."
Der Mundschenk zuckte unwillig mit den Schultern. „Ichhatte die Absicht, ihm ein hübsches Zimmer anzuweiscn," sagteer; „doch da er so ungefällig gegen Christen ist, so mag er indem nächsten Loch neben dem Juden Jsaac schlafen. — Anwold,"
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